Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Fußballrekorde bei Twitter und Facebook und viele Gerichtsurteile

Große Sportereignisse sorgen naturgemäß nicht nur für hohe Einschaltquoten im TV, sondern neuerdings auch für Rekorde im Internet. So hat der fulminante 7:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien mehrere Rekorde beim Kurznachrichtendienst Twitter gebrochen: Insgesamt wurden 35,6 Millionen Tweets über das Spiel abgesetzt, was sogar den diesjährigen Super Bowl (24,9 Millionen Tweets) in den Schatten stellte. Beim 5:0 gab’s dann 580.166 Tweets in der Minute, was den bisherigen Rekord – den skandalösen MTV-Music-Awards-Auftritt von Miley Cyrus mit rund 360.000 Tweets in der Minute – einstellte. Auch bei Facebook haben bereits jetzt mehr Leute über die WM gesprochen als über den Super Bowl, die Olympiade in Sotschi und die diesjährige Oscar-Verleihung zusamnmen. Es ist also nicht übertrieben, wenn man von der ersten Social WM spricht. Lustiger Nebeneffekt: Vom WM-Rummel profitieren offenbar auch Seitensprung-Portale.

Google hat bekanntermaßen Geld, viel Geld. Und das will man nun verstärkt in europäische Startups investieren, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Google Ventures, der Risikofinanzierer aus dem Hause Google ist derzeit an rund 250 Unternehmen beteiligt. Nutzen kann ein solches Investment beiden Seiten – Google kann schon früh seine Fühler nach neuen Trends und Unternehmen ausstrecken und auch den Unternehmen bringt ein solches Investment (neben dem eigentlichen Kapital) eine Menge Vorschusslorbeeren und öffnet Türen bei der Anbahnung von Kooperationen und der Suche nach guten Mitarbeitern.

Ärger mit Google (oder besser den Inhalten, die bei Google stehen, hat dagegen Rene Bertagna, der Inhaber des Restaurants Serbian Crown im US-Bundesstaat Virginia. Denn jemand hatte die Öffnungszeiten seines Restaurants auf Google Maps falsch eingetragen. Erst als ein Kunde anrief, um zu fragen, warum das Restaurant ausgerechnet am Wochenende geschlossen sei, wurde der Fehler aufgedeckt. Doch die Gäste blieben bis dahin schon lange aus. Die Tücke: Alle Einträge auf Google Maps und Places können von jedermann bearbeitet werden – ähnlich wie in Wikipedia. Und so ist es ein Leichtes, Daten geschäftsschädigend zu fälschen, da Google allein aufgrund der riesigen Datenmassen nicht immer schnell genug kontrollieren und reagieren kann. Ob der Besitzer des Restaurants Serbian Crown von Google Schadensersatz bekommen wird, ist daher mehr als fraglich, eher unwahrscheinlich – immerhin: die Klage läuft. 

Einen "grundlegenden kulturellen Wandel" forderte diese Woche der neue Microsoft-Chef Satya Nadella. Es soll weggehen von Steve Ballmers „Geräte und Services“ hin zu „mobile first und cloud first.“ Wo genau die Unterschiede liegen, wird sich in den angekündigten Restrukturierungen zeigen. Dass die von Nokia aufgekaufte Gerätesparte nicht völlig in ein Nischendasein abdriftet, lässt Nadella in einem offenen Brief an seine Mitarbeiter bereits durchblicken. Konkret verspricht Nadella intelligentere User Interfaces und sicherere Plattformen. Genaueres will Microsoft aber erst am 22. Juli im Rahmen der Bekanntgabe der Quartalszahlen verraten.

Kein Wandel ist dagegen in Sicht bei der Ausstattung der Apple Stores. Der Europäische Gerichtshof hat diese Woche entschieden, dass Unternehmen wie Apple für die Gestaltung ihrer Läden grundsätzlich Markenschutz beantragen können. In der Rechtsangelegenheit C-421/13 bestätigten Richter, dass die gezeichnete Darstellung einer Ladeneinrichtung unter Umständen schützenswert sein könne. Schließlich umfasse Markenschutz Waren und Dienstleistungen gleichermaßen. Sollten Läden so gestaltet sein, dass sie sich deutlich von anderen Läden unterscheiden, so sei Markenschutz möglich. Samsung sollte also genau darauf achten, was im Samsung Store steht. Denn Patentrechtsklagen sind ja bekanntlich beliebte Einnahmequellen für große Unternehmen und deren Armada von Anwälten.

Fröhlich geklagt wird auch gegen Amazon. Die Passwort-Regelungen im Amazon Store seien zu lasch, Kinder würden damit zum Geld ausgeben verleitet. Die US-amerikanische Handelsbehörde FTC reichte daher Klage ein. Sie fordert Amazon auf, diese in Rechnung gestellten In-App-Käufe in Spiele-Apps für Kinder, die sich inzwischen zu Millionenbeträgen summiert haben, an die Eltern zurückzuzahlen. Auch Apple hat schon gezahlt, weil Kinder innerhalb einer Viertelstunde nach Eingabe eines Passworts alles kaufen konnten, ohne erneut das Kennwort eingeben zu müssen. 

Fußballrekorde bei Twitter und Facebook und viele Gerichtsurteile

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