Frauenfeindliche Emojis und digitale Erneuerungschancen
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Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Frauenfeindliche Emojis und digitale Erneuerungschancen

Die Digitalisierung sorgt für Tabula rasa in den Unternehmen. Alle Industrien und damit auch alle Lebensbereiche müssen neu gedacht und organsiert werden. Das scheitert dann, wenn Klischees aus der Vorzeit und Uraltdenke dominieren. Die hat sich - man glaubt es kaum - sogar schon bei den superbrandneuen Emojis eingeschlichen. 

Fast schon klar, dass das die Jungen als eine der ersten anprangern. Im Gegensatz zu den Älteren orientieren sie sich im Leben erst noch, bevor sie dann irgendwann aufhören Fragen zu stellen. Die Jugendbeilage "Jetzt" der Süddeutschen Zeitung fragt nun also, was das eigentlich soll. Dass sich Frauen über die Grinsgesichter nur in Form einer Braut, Prinzessin, Tänzerin – wahlweise mit Playboy-Bunny-Ohren oder beim Haareschneiden - darstellen kann.

Sehr zum Ärger der Jungredakteure. “Dass gerade bei den Emojis als topmoderne Art der Kommunikation noch ein Frauenbild aus den 50ern vorzuherrschen scheint, ist verdammt ärgerlich,” empören sie sich. Solche Bilder brennen sich schließlich in die Köpfe ein! Und eine weitere Chance der Emanzipation verstreicht ungenutzt. Ein Trupp von Google-Mitarbeitern kümmert sich bereits um die digitale Transformation des Emoji-Frauenbilds: Er hat einen Vorschlag mit neuen Emojis Gelbgesichern beim Unicode-Konsortium eingereicht, das über neue Emojis entscheidet. 

Man kann mit der neuen digitalen Denke gar nicht früh genug anfangen. Schließlich wird unsere Erde oder vielmehr das Sonnensystem bald mit Robotern bevölkert sein. Da lohnt es sich doch, wenn die Kids schon heute mit dem Spielzeug-Roboter programmieren lernen. Wer sich geschickt anstellt, kann über die Blechzwerge sein Zimmer aufräumen lassen. Die Belohnung folgt da auf dem Fuß. Open Roberta heißt die offene Plattform, mit der Schüler lernen, wie man Roboter programmiert.

Was junge Menschen sonst noch gerne tun - wenn wir gerade dabei sind - ist übrigens mit dem Smartphone einzukaufen. Das kann für die Erziehungsberechtigten teuer werden. Ist aber natürlich nicht das Thema der Studie des Digitalverbands Bitkom. Da tritt eher nüchtern an die Sache heran, mit harten Zahlen und Fakten: So haben 17 Prozent der Smartphone-Nutzer haben bereits mit ihrem Gerät im Internet eingekauft. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 20 Prozent. Auch für das Verhältnis von Männlein und Weiblein interessiert sich der Verband: Wenn es um das Shoppen per Smartphone geht, haben die Herren einen kleinen Vorsprung gegenüber den Damen: So sagen 20 Prozent der männlichen Smartphone-Nutzer, dass sie ihr Gerät schon einmal zum Einkaufen genutzt haben, bei den Frauen sind es 14 Prozent.

Da macht es nur Sinn, wenn Trend-Apps wie Snapchat mitziehen. Die Plattform hat jüngst bekanntgegeben, in den Bereich Social Commerce vorzudringen. Als eine der ersten Marken sind Target und Lancome an Bord. Im Video von Target werden Wasserflaschen und sonstige Artikel angeboten, die sich käuflich erwerben lassen, während Lancome Lippenstifte anpreist.

Ein konsequenter Schritt für das sehr erfolgreiche soziale Chat-App. Schließlich kommunizieren Brands dort mehr als auf Instagram, das diese Woche mit einem neuen Logo überrascht hat. Bei der Gegenüberstellung beider Social Plattformen zieht Instagram mehr Brands an, während bei Snapchat größtenteils noch Berührungsängste vorherrschen, wie ein Report von L2 Think Tank analysiert hat. Schließlich erscheinen die Inhalte bei der Live-App in Realtime - da kann leider nichts mehr nachgebessert werden, liebe Marketer! Auf die neue schnell Kommunikation müssen sich Marken in Zeiten der Digitalisierung eben einstellen. Das stellt einmal mehr altbewährte Regeln auf den Kopf. Tabula rasa passiert erfasst heute  so ziemlich alles - und passiert überall.

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