Facebook | | von Annette Mattgey

Fidor Bank-Chef Kröner: "Like-Zins statt Leitzins"

Ab heute können die Kunden der Fidor Bank den Zins ihres FidorPay-Kontos selbst bestimmen - zumindest ein bisschen. Vorstand Matthias Kröner erläutert im LEAD digital-Interview die Hintergründe. Zum Konzept der Fidor Bank gehört es, engen Kontakt zu den Kunden zu halten und diese zu vernetzen. Sie sieht sich daher selbst als Social Media-Bank. Je mehr Likes bei der aktuellen Facebook-Aktion eingehen, desto höher steigt der Zins für das FidorPay-Konto. Es ist sowohl als Girokonto als auch als Internet-Payment-Dienst nutzbar. Der Grundzins beträgt 0,5 Prozent und erhöht sich je 2000 zusätzlichen Facebook-Likes um 0,1 Prozent bis maximal 1,5 Prozent. Für diesen maximalen Zins, der dann bis Jahrensende gilt, sind 22.000 Likes vonnöten.

Herr Kröner, wie ist diese Produktidee entstanden?
Ehrlich gesagt bei einem lustigen Mittagessen im Kollegenkreis. Der Ursprung war eigentlich ein Verhörer: Einer am Tisch hat Like-Zins statt Leitzins verstanden, als wir über Geldpolitik diskutiert haben. Wir haben die gute Idee gleich umgesetzt und wollen uns damit vor allem auch von anderen Banken und ihrer so genannten Social Media-Strategie abheben. Da beschränkt sich Social Media auf lokale Kaffeerunden und lokale Girokonten, sozusagen "Extrem Langweiling" auf Facebook. Wir stellen uns dagegen die Frage: Wie sieht integratives Banking auf Facebook aus?

Welche Zielgruppe erreicht die Fidor-Bank?
Digital affine Menschen. Die keine Berührungsängste mit digitalen Medien haben und Lust auf digitale Kommunikation. Die sich davon auch einen verstärkten Service und intensiveren persönlichen Kontakt erhoffen. Wir wollen aber keinen, der in der Offline-Welt zuhause ist, bekehren. Einer, der Filialen braucht, ist bei uns falsch.

Wieviele Likes haben sie sich für die Aktion vorgenommen?
Heute gehen wir mit der Aktion online und die Zielmarke liegt bei 22.000. Mal sehen, wie schnell wir die erreichen. Dann können wir noch nachlegen. Im Dezember werden wir Bilanz ziehen und definieren, wie es 2013 weitergehen wird. Damit wollen wir signalisieren, dass die Fidor Bank ein berechenbarer Partner für ihre Kunden ist. Deswegen ist das keine Einmal-Aktion. Außerdem überlege ich, auf welche weiteren Themenbereiche sich das übertragen lässt. Alltagsanwendbarkeit ist dabei das wichtigste Kriterium.

Welche Werbemaßnahmen starten Sie jetzt?
Wir sind ausschließlich im Social Media-Kontext mit Werbung präsent. Außerdem nutzen wir unsere Kontakte zu einzelnen Bloggern und Medien.

Haben Sie Agenturen beauftragt? 
Für den Facebook-Auftritt arbeiten wir mit den Wunderknaben aus Düsseldorf. Eine PR-Agentur haben wir nicht. Ganz ehrlich, ich habe keine gefunden, die ein ausgeprägtes Web 2.0-Verständnis hat. Auch auf eine Kreativ-Agentur verzichten wir. Ich finde, das zählt zur unabdingbaren Kernkompetenz unseres Hauses.

 

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