Facebooks Kampfansage an Google
© Foto:Leo Burnett

F8 Konferenz | | von einem Gastautor

Facebooks Kampfansage an Google

Auf der jährlichen Entwicklerkonferenz F8 gewährten Mark Zuckerberg und sein weltgrößtes Social Network Facebook Einblicke in die nächsten Entwicklungsschritte der Plattform. Ein Ausblick, der nicht nur Tech-Interessierte aufmerksam machen sollte, denn die Marschroute der Plattform beeinflusst in der Regel auch das digitale Spielfeld von Marketern und Werbern.

"Vor ein paar Jahren noch waren wir diese blaue Seite, heute sind wir eine Familie von Apps". Diese Worte wählte der Konzernchef während seines Vortrags sehr bewusst, denn sie zeigen den rasanten Werdegange der Plattform.

Vom Freundesnetzwerk, dass den Bereich der sogenannten Sozialen Medien maßgeblich prägte und weiter entwickelte bis hin zur monetarisierten Plattform, die aus weitaus mehr besteht als einer einzelnen Website.

Letztere bildet auch zukünftig den Dreh- und Angelpunkt des Facebook-Ökosystems, welches Zuckerberg liebevoll als Familie tituliert und den Zugang zu inzwischen 1,4  Milliarden Nutzern weltweit erlaubt. Facebook sieht sich selbst als Alternative zu klassischen Werbe-Kanälen wie TV. Neuerungen wie die vereinfachte Einbindung von Facebook Videos auf externe Websites (wie Blogs) und die Einbindung von 360° Bewegtbild-Inhalten dürften kurzfristig jedoch vor allem innerhalb der digitalen Hemisphäre für eine neue Kräfteverteilung sorgen.

Wer also auf Facebook ein spannendes Video sieht, der wird in Zukunft auch die Möglichkeit haben, dieses Video direkt in seine Webseite einzubinden, umgekehrt werden eingebettete Videoinhalte positive Nebeneffekte auf den Facebook-eigenen Algorithmus und damit verbundene Performancewerte wie Reichweite oder Interaktionen haben.

Die entscheidendste Veränderung jedoch steht einem Facebook-Tool bevor. Der Facebook Messenger wird vom Kommunikationstool zur Kommunikationszentrale und ebnet der Plattform so den noch größeren Einfluss auf mobile Endgeräte.

Neben Text und Bild werden User zukünftig zunehmend multimediale Inhalte austauschen können. Animierten GIFs,  Songs, Videomontagen, Sticker basteln und versenden. Mit dieser Ausrichtung orientiert sich die Plattform an den Lieblingen der schwindenden jüngeren Zielgruppe, die für den Erfolg von Emporkömmlingen wie Snapchat oder We Chat verantwortlich sind.

Zudem arbeitet Facebook an einem System, mit dem Unternehmen und ihre Kunden über den Messenger kommunizieren können. Bestell- und Lieferbestätigungen in personalisierter Messengerform, dazu passender Support, von der Änderung der T-Shirt-Größe bis zur Reklamation über die App, so sieht Zuckerbergs Vision der modernen Kommunikationszentrale aus.  Verfolgt man die Entwicklung des Messenger, der inzwischen mit knapp 700 Mio. Nutzern ebenso stark ist wie das erst im vergangenen Jahr hinzugekaufte "Familienmitglied" Whats App, so bleibt zu erwarten, dass diese Vision schon bald Einzug in die digitale Geschäftswelt halten wird. Je nach Umsetzung dürfte diese Entwicklung interessant werden für jedes Unternehmen, welches im regen Dialog mit seinem Kunden steht.

Eben diese visionären Entwicklungen erklären und unterstreichen wie aus einer einfachen Website eine Familie von Diensten mit Milliarden von Nutzern geworden ist. Facebook, Whats App, Instagram oder Facebook Messenger sind absolute Größen des Internets. Schafft es Zuckerberg, die Media-Möglichkeiten seiner Netzwerke sinnvoll zu strukturieren,  diese im besten Fall miteinander zu verketten, um Konsumenten immer zielgerichtetere Werbung an verschiedenen Touchpoints innerhalb und außerhalb seiner Netzwerke zukommen zu lassen, so dürfte er Platzhirschen wie Google langfristig noch größere Anteile der digitalen Werbespendings strittig machen. Bleibt abzuwarten, wie der Nachbar aus Mountain View auf diese Entwicklungen reagiert, denn aktuell sorgt vor allem die hauseigene Suchmaschine dafür, dass ein Großteil der globalen, digitalen Werbespendings in das Google-Netzwerk laufen (lt. E-Marketer knapp 38,2 Prozent Marktanteil zu 17,4 Prozent im vergangenen Jahr).

Die F8 Konferenz erlaubt Unternehmen jedoch vor allem eines: einen Blick durch das Fenster auf die digitalen Möglichkeiten von morgen, denn der Nutzer wird - egal auf welcher Plattform - immer stärker durchleuchtet, Targeting-Möglichkeiten immer präziser und digitale Werbung von morgen immer maßgeschneiderter.

Sascha Klein ist seit 2012 bei Leo Burnett beschäftigt und verantwortet in seiner Funktion den Bereich Social Media. Vorher war er als Social Media Berater und Dozent bereits für verschiedene Unternehmen und Agenturen tätig. In dieser Funktion führte der gelernte Werbekaufmann große Brands und Unternehmen an den Bereich der sozialen Medien heran.

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