Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Facebook sagt Danke - und vergoldet User-Daten weiter

Facebook hat's geschafft: Zehn Jahren nach der Gründung stehen die Zeichen voll auf Wachstum. Das Unternehmen ist auf 1,2 Milliarden User angewachsen und hat im vierten Quartal vergangenen Jahres satte 2,6 Milliarden Dollar umgesetzt: davon entfallen glatte 2,3 Milliarden Dollar allein auf Werbung. Wovon wiederum gut die Hälfte aus dem mobilen Werbekanal stammt, der beim holprigen Börsengang vor zwei Jahren noch als Sorgenkind galt. Grund genug für Gründer und CEO Mark Zuckerberg mal eine Pause einzulegen, zurückzublicken und sich bei denen zu bedanken, die ihm das Geld aufs Konto überwiesen haben: den Werbekunden.

Zuckerberg sollte sich allerdings auch bei den Usern bedanken. Die haben über ihre Posts und Likes schließlich dafür gesorgt, dass der Rubel so gut rollt. Das dürfte der Beziehung zueinander auch nicht schaden, denn scheinbar gibt es gar nicht so viele Facebook-Süchtige wie angenommen: Eine neue Studie von Pew Research offenbart, dass nur zehn Prozent der User täglich ihren Status mitteilen; lediglich vier Prozent schreiben mehrmals Mal am Tag, was sie gerade tun und fühlen.

In der schnelllebigen Tech-Branche mit ihren launigen Trends darf man sich eben nie zu früh freuen, und schon gar nicht auf Lorbeeren ausruhen. Das macht auch Twitter zu schaffen. Während sich das Wachstum von Facebook im letzten Quartal um drei Prozent abgeschwächt hat, sind es bei dem Kurznachrichtendienst sogar vier Prozent - und das bei einem Userstamm, der in etwa ein Fünftel so groß wie der des blauen Riesens ist. Und offenbar lässt auch der Aktivitätspegel nach, wie die frisch börsennotierte - aber immer noch unprofitabel operierende - Firma in dieser Woche bekannt gab. Eine Schreckensnachricht, die den Aktienkurs um 24 Prozent nach unten geschickt hat.

Doch gab es diese Woche auch positive Überraschungen: Als AOL sein Umsatzplus bekannt gab, war das in etwa so, als wenn ein Totgeweihter noch mal vom Krankenbett aufspringt: Erst neulich hat sich der Konzern von Lokal-Portal und Millionengrab Patch getrennt. Nun vermeldet der Web-Veteran plötzlich, im Schlussquartal seinen Umsatz um 13 Prozent auf 679 Millionen Dollar gesteigert zu haben. Dem Unternehmen gut getan hat offenbar die Ausrichtung auf Medieninhalte - gemeint sind Huffington Post, Engadget und TechCrunch.

Es ist eben, wie Publicis-Chef Maurice Lévy vor ein paar Wochen bei der CES betonte, alles eine Frage, seinen Bauchladen divers und zukunftsfähig zu halten. Für Google und Facebook stehen dabei die Themen Künstliche Intelligenz und Big Data mit oben an. Auf einer Konferenz sagte Daniel Slotwiner, Head of Ecosystem Measurement bei Facebook, dass man gerade erst angefangen habe, die Datenschätze des Unternehmens zu heben. Dabei helfen immer mehr Kooperationen mit Forschungsunternehmen wie Epsilon, Datalogix und neuerdings auch Second Sync. Keine Frage, bei den Non-Werbeerlösen von 300 Millionen Dollar gibt es sicherlich noch Luft nach oben.

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