Wochenrückblick | | von Frederik Birghan

Facebook kauft Virtual-Reality-Brillen und Ströer einen halben unbekannten Messenger-Dienst

Die größte Social-Media-Plattform Facebook hat mal wieder einen Batzen Geld in die Hand genommen: Für bis zu 2,3 Milliarden Dollar übernimmt das soziale Netzwerk den Hersteller Oculus VR, dessen wichtigstes Asset der Prototyp einer Virtual-Reality-Brille namens "Oculus Rift" ist. Über zwei getrennte, kleine Bildschirme wird dem Benutzer eine dreidimensionale Umgebung eingespielt. Das Gerät reagiert auf Kopfbewegungen und ändert entsprechend den Blickwinkel. So weit, so fein. Nur, so rätselt die digitale Branche, was will Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mit einer Brille? Wie passt diese Hardware in sein Social-Media-Portfolio? Der Chef gibt sich überzeugt: "Oculus hat die Chance, die sozialste Plattfrom aller Zeiten zu erschaffen und damit die Art und Weise zu verändern, wie wir arbeiten, spielen und kommunizieren", schreibt Zuckerberg in einem Blog. Und weiter: "Stellen Sie sich vor, bei einem Sportereignis auf dem besten Platz zu sitzen, in einem Klassenzimmer gemeinsam mit Schülern und Lehrern aus der ganzen Welt zu lernen oder von Angesicht zu Angesicht mit Ihrem Arzt zu sprechen - indem Sie daheim eine Virtual-Reality-Brille aufsetzen." Welche Visionen ihn auch immer plagen, viellicht will er einfach das Interface der Zukunft nicht verpassen. während Google seine Glass testet und Sony Morpheus entwickelt. Mal sehen.

Nicht ganz so üppig budgetiert, aber nicht weniger spektakulär war die Nachricht, dass Dirk Ströer über seine Beteiligungsgesellschaft Media Ventures 51 Prozent am Berliner App-Betreiber Hoccer GmbH übernimmt, Hersteller eines bis dahin nahezu unbekannten Messenger-Dienstes. 50 Millionen Euro werden die Anteile kosten. Die App soll künftig als White-Label-Lösung an Großkonzerne lizensiert werden. Als besondere Merkmale der Chat-Programme fallen die Stichworte "Sicherheit" und "Privatsphäre ohne Registrierungsprozess". Für den Marketing-Boost, um die MArke nun bekannt zu machen, will Ströer selbst mit einer großen Multichannel-Kampagne selbst sorgen. Ein Teil des Kaufpreises entrichtet der Investor in Medialeistung aus dem eigenen Haus. Wie praktisch und hat in der Vergangenheit bereits bei den Beteiligungen an Yasni, Tape.tv und Weg.de funktioniert. Das Reiseportal wurde inzwischen erfolgreich an ProSiebenSat1 weitergereicht.

Eine kleine Revolution ist vom Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) zu vermelden: Deren jüngste Werbestatistik beruht erstmals auf Netto-Werbeumsätzen für Online-Display-Werbung statt auf den steilen Brutto-Prognosen der vergangenen Jahre. "Es hat sich herausgestellt, dass sich die bisherigen Brutto-Angaben von der tatsächlichen Markt-Entwicklung abkoppeln", hat nun auch Matthias Wahl, Geschäftsführer OMS und einer der fünf OVK-Vorsitzenden erkannt. Für 2014 prognostizieren Vermarkter und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers ein Plus von 8,4 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 1,43 Milliarden Euro Netto. Als Treiber der Entwicklung wurden Mobile Advertising und Bewegtbild-Werbung identifiziert. Herausgelassen aus den Berechnungen hat der OVK dafür in diesem Jahr die Segmente Suchmaschinen-Werbung und Affiliate.

Dann war da noch der Preissturz bei den Cloud-Diensten, den in dieser Woche Google einläutete. Nur einen Tag später folgte Amazon. Beobachter rechnen damit, dass Microsoft bald nachzieht.

Schließlich löste das alte Fernsehen in Gestalt des ARD-Politmagazins "Report Mainz" Aufregung aus gegenüber der neuen Konkurrenz auf YouTube: Die "Stars" von Y-Titty sollen illegale Schleichwerbung für Produkte von Smasung, McDonalds und Coca-Cola verbreitet haben. Derzeit werfen die neuen den Vorwurf an die ARD zurück und verweisen auf die Wintersport-Berichtersattung mit vielen Audi-Ringen. Fortsetzung folgt garantiert, aber von Medienanstalten noch ungeprüft.

Facebook kauft Virtual-Reality-Brillen und Ströer einen halben unbekannten Messenger-Dienst

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht