Studie | | von Annette Mattgey

Etwa jeder Zehnte kennt Cyber-Mobbing aus eigener Erfahrung

Soziale Netzwerke sind ganz schön asozial: Das belegt eine aktuelle Studie von GMI (Global Market Insite, Inc.), ein Anbieter von technologiebasierten Lösungen für die internationale Marktforschung. Die Analyse deckt auf, inwieweit Facebook und Twitter  für öffentliche oder private 'anti-soziale' Nachrichten genutzt werden. Danach hat etwa einer von zehn Facebook-Nutzern Erfahrungen damit gemacht, dass jemand ausfällige oder beleidigende Nachrichten auf deren Pinnwand bzw. Chronik (8 Prozent) gepostet oder ausfällige, beleidigende oder bedrohende private Nachrichten (9 Prozent) geschickt hat. Am höchsten sind die Zahlen bei den 18 bis 24-Jährigen: 11 Prozent bekommen solche Nachrichten auf ihre Pinnwand und 17 Prozent als Privatnachricht.

Häufig stammen diese ausfälligen, beleidigenden oder bedrohenden Nachrichten von Menschen, die noch nicht einmal auf der Freundesliste sind (37 Prozent), oder von jemandem, dem die Befragten nur selten im echten Leben begegnen (35 Prozent). In der Welt der sozialen Netzwerke reagieren die meisten Nutzer schnell und sorgen dafür, dass so etwas nicht noch einmal geschieht. 61 Prozent antworten, sie schützten sich, indem sie den Absender der kränkenden Nachricht blockieren. 29 Prozent gaben an, dass sie die Nachricht auf der Pinnwand löschen und 27 Prozent sagten, sie löschen die Privatnachricht und antworten nicht. 19 Prozent nutzen den “Melden”-Link, der von Facebook bereitgestellt wird, sowie die Facebook-Privatsphäre- Einstellungen (16 Prozent).

 

Das Problem anti-sozialen Verhaltens gestaltet sich auf Twitter anders. Dort zeigen nur 6 Prozent  beleidigende, drohende oder kränkende Tweets an. Grund dafür ist wahrscheinlich, dass 59 Prozent der Twitter-Nutzer ihr Konto lediglich dafür nutzen, anderen zu folgen. Das bedeutet, dass soziale Verbindungen und Dialoge, die das Herzstück von Facebook ausmachen, weniger wichtig sind.

Ralph Risk, Marketing Direktor Europa, sagt: "In einer virtuellen Welt von sozialen Medien gehen Menschen vielleicht davon aus, dass man leicht und anonym kränkende oder drohende Nachrichten an andere versenden kann. Unsere Studie zeigt jedoch, dass wenn dies passiert, die meisten Menschen in der Lage sind, das Problem selbst anzugehen, mit Hilfe der Technologie, die ihnen zur Verfügung steht.”

Etwa jeder Zehnte kennt Cyber-Mobbing aus eigener Erfahrung

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