Es muss nicht immer ein Blog sein
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Meike Leopold | | von Meike Leopold

Es muss nicht immer ein Blog sein

Unternehmensblogs sind im deutschsprachigen Raum kein Novum mehr. Firmenblogs der ersten Stunde wie etwa das Daimler-Blog sind bereits seit 2007 erfolgreich online.

Dennoch melden sich immer wieder Skeptiker aus Marketing oder PR zu Wort, die Business-Blogs ein baldiges Ende prophezeien. Das Medium sei in Zeiten des Social Web nicht mehr zeitgemäß, die Unternehmen seien nicht in der Lage, relevante Inhalte bereitzustellen oder einen ernstgemeinten Online-Dialog mit ihren Stakeholdern zu führen etc.

Darüber kann man denken, wie man will. Letzten Endes dreht sich alles um die Ziele, die ein Unternehmen mit seiner Online-Kommunikation verfolgt. Was und/oder wer soll erreicht werden? Erst in einem zweiten Schritt steht die Suche nach den passenden Kommunikationswegen an. Ein interessantes und erfolgreiches Beispiel aus der Praxis bieten die Stadtwerke Rosenheim. Dem kommunalen Energieversorgungsunternehmen geht es nicht um die Frage: Firmenblog ja oder nein. Sondern darum, wie es seine Kunden jederzeit schnell und zuverlässig informieren kann.

Bloggen, das bedeutet für Kommunikationschef Thomas Sprenger, "Geschichten informeller, persönlicher und auch subjektiver zu erzählen, vom kurz kommentierten Link bis zum kleinen Essay. Und diese Offenheit in Kombination mit einer größeren Nähe zum Leser fehlte uns bisher in der Kommunikation. Neben dem stark gestiegenen Informationsbedürfnis der Rosenheimer Bürger haben wir als Stadtwerke auch einen größeren Erklärungsbedarf. Broschüren, Pressearbeit, konventionelle Webseiten und Events reichen für uns hierzu nicht mehr aus".

Deshalb betreiben die Stadtwerke Rosenheim im Rahmen ihres neuen Webauftritts einen Kanal, auf dem direkt, aktuell und authentisch kommuniziert wird – beispielsweise, wenn das Unternehmen Bauarbeiten plant, über die die Rosenheimer Bürger Bescheid wissen sollten.
Als es kurz nach dem Livegang der neuen Website im Frühjahr 2014 in der oberbayerischen Stadt zu einem Stromausfall kam, konnte das Team um Thomas Sprenger beweisen, dass das Kommunikationskonzept, das hinter der Website steckt, funktioniert.

Der Bereich "Schnell informiert", der sich als Short Cut unten links auf der Website befindet aber auch eine eigene Seite hat, verwandelte sich in einen Nachrichtenticker, der die Bürger im Minutentakt über den Status beim Stromausfall informierte – prompt stieg die Zahl der Visits schlagartig an. Die Website ist im Responsive Design gebaut, so dass alle, die in Rosenheim noch genügend Saft auf ihrem Smartphone oder Tablet hatten, sich schnell und einfach mobil informieren konnten. So hielten die Stadtwerke nicht nur ihre Kunden auf dem Laufenden, sondern bewahrten darüber hinaus die Informationshoheit rund um das Thema.

Auf diese Weise wird die Website zu einem Ort, an dem sich die Menschen informieren. Ein vielversprechender Ansatz mit hohem Nutzwert für die Leser. Und wie schaut es mit dem Dialog aus? Können die Besucher auf "Schnell informiert" auch ihre Meinung sagen?
Thomas Sprenger plant eine Kommentarfunktion an ausgewählten Beiträgen. Diese Themen soll sein Team dann redaktionell verstärkt begleiten, damit ein Dialog auch wirklich möglich ist. In erster Linie sieht Sprenger "Schnell informiert" jedoch als schnelles, authentisches Informationsangebot, das dabei hilft, die Kundenbindung zu erhöhen und die Website des Unternehmens als Informationsquelle Nummer Eins zu etablieren.

Fazit: Die Diskussion um bestimmte "Labels" für Kommunikationsangebote von Unternehmen, zum Beispiel Blogs, geht häufig an der Sache vorbei. Entscheidend ist, dass die Kommunikation ihren Zweck erfüllt – für den Absender UND für den Empfänger.

Meike Leopold ist einer der "Digital Leader", eine feste Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreitet. Mehr zur Autorin und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.

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