Viralkampagne | | von Annette Mattgey

Eiskübel-Contest: Mark Zuckerberg bleibt cool

Ein Internet-Phänomen macht die Runde: Der "Ice Bucket Challenge". Promis wie Mark Zuckerberg und Justin Timberlake griffen bereits zum Eiskübel.  Jetzt wären eigentlich Bill Gates und Sheryl Sandberg an der Reihe. Den Anstoß für die Aktion gab die gemeinnützige Organisation ALS Association, die sich für Menschen mit der Nerven- und Muskelkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) engagiert. In Deutschland wurde die Krankheit vor allem durch den Künstler Jörg Immendorff in die Öffentlichkeit gebracht. 

Die ALS-Organisation rief vor zwei Wochen zur "Ice Bucket Challenge" auf. Seitdem verbreitet sich der Trend schneeballartig in den sozialen Netzwerken. Die Regeln: Ein Herausgeforderter kippt einen Eimer mit Eiswasser über sich aus und darf dann drei weitere Menschen nominieren, die binnen 24 Stunden dasselbe tun müssen. Tun sie dies nicht, sollen sie 100 Dollar für den guten Zweck spenden.

Und das taten die US-Bürger reichlich: Rund vier Millionen Dollar flossen bislang an Spenden, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Barbara Newhouse, Chefin der ALS Association, ist begeistert: "Wir sind unglaublich angetan, von der Empathie, Großzügigkeit und dem Humor, den die Menschen bei dieser viralen Initiative zeigen."

Aufmerksamkeit verschafft der "Ice Bucket Challenge" vor allem die Beteiligung von Prominenten: Popsänger Justin Timberlake machte sich nass - und nominierte Moderator Jimmy Fallon. Nach erfolgreicher Eimer-Entleerung forderte der das Football-Team der New York Jets zum Nachmachen auf. Von diesen wiederum wanderte die Aufgabe zu Gouverneur Chris Christie, der schließlich Zuckerberg nominierte. Und es geht weiter: Zuckerberg hat unter anderem Microsoft-Milliardär Bill Gates aufgefordert, es ihm gleich zu tun. Außerdem nominierte er Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg sowie Netflix-Chef Reed Hastings.

Challenge-Kampagnen leben davon, Prominente vor die Kamera zu bekommen. Dann eignen sie sich sehr gut als PR-Instrument, findet Markus Mayr im Marketing-Blog.biz: "Sie ist günstig sowie überall und leicht umzusetzen. Und sie hat gewaltiges PR-Potenzial, da jeder gerne seinen Lieblings- (oder eben Hass-)Promi klitschnass erleben will. Nur wenige trauen es sich, dem öffentlichen Druck – und damit der Aktion – zu widerstehen und sich zu weigern."

Christine Outram, Vize-Chefin der Agentur Deutsch LA betont noch einen anderen Aspekt: "Menschen wollen sich engagieren und etwas für andere tun. Sie wollen mithelfen, aber es soll einfach sein." Die Resonanz bei Twitter und Facebook war enorm: Die Social Media-Dienstleister Crimson Hexagon zählte 307.600 Posts bei Twitter und öffentlich zugänglichen Facebook-Seiten. Höhepunkt war der 11. August, der 90.000 Mentions für den Hashtag #icebucketchallenge brachte. (Mehr zur Entstehung der Kampagne und zur Social Media-Analyse bei Digiday)

Hier Mark Zuckerberg und seine eiskalte Dusche:

Eiskübel-Contest: Mark Zuckerberg bleibt cool

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Charlie Sheen münzt "Ice Bucket Challenge" um

von Petra Schwegler

Charlie Sheen münzt den "Ice Bucket Challenge" auf seine Art um: Nicht Eiswürfel purzeln da aus dem Eimer, sondern Dollarnoten. Der 48-Jährige wurde wie so viele andere Prominente für die Aktion nominiert, um auf die seltene Krankheit ALS aufmerksam zu machen. Der PR-versierte Mime macht natürlich mit. Und ruft nach der auf Youtube platzierten Gelddusche: "Oh, warte, das ist kein Eis. Das sind 10.000 Dollar in cash, die ich der ALS-Stiftung spende. Ganz ehrlich: Eis schmilzt, Geld dagegen hilft den Menschen." Und dann nominiert er John Cryer, Chuck Lorre und Ashton Kutcher zur "Ice Bucket Challenge". Sie stehen immer noch für die US-Erfolgsserie "Two and a Half Men", während Sheen nach diversen Eskapaden gefeuert wurde.

Abwarten, ob Charlie Sheen sie zum "Dollar Bucket Challenge" und zur 10.000-Dollar-Spende bewegen kann, wenn sie nicht innerhalb von 24 Stunden einen Kübel Eiswasser über sich ausschütten. Bisher sind 100 Dollar als Gabe üblich, um die Nervenkrankheit ALS besser bekämpfen zu können. Hier Sheens Eimer-Tat:

Die "Ice Bucket Challenge" steht für eine moderne Variante, im und mit dem Internet Gutes zu tun - nicht nur für Promis. Die Aktion hat inzwischen enorme virale Schlagkraft, trauert aber um ihren Initiator: Corey Griffin ertrank vergangene Woche bei einer Feier zur Ice Bucking Challenge.

In Deutschland steht gerade eine besonders spannende Runde an: "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann hat Ex-Bundespräsident Christian Wulff zur Eiswasser-Dusche herausgefordert. Bevor sich Diekmann selbst Wasser über den Kopf goss, brachte er neben Wulff seine Frau Katja Kessler und den Journalisten Stefan Niggemeier für die "Ice Bucket Challenge" ins Spiel. Damit fordert Diekmann zwei seiner ärgsten Gegner heraus. Im Radiomarkt nehmen immer mehr Sender die eiskalten Herausforderungen ihrer Mitbewerber an - wie auch RPR1. "Arno und die Morgendcrew" bei 104.6 RTL in Berlin wollen Bürgermeister Klaus Wowereit nass machen:

Eine Eiswasserstandsmeldung kommt indes vom Postillon:

Und die Satiriker von "extra3" haben auch ihren Spaß:

von Petra Schwegler - Kommentare Kommentar schreiben