Strategie | | von Annette Mattgey

Drei Social-Media-Tipps, die Sie niemals hören werden

Während Berater Unternehmen häufig zu immer mehr Aktivitäten anspornen - schließlich müssen sie irgendwie ihre Existenz rechtfertigen, vertritt Brad Smith den umgekehrten Ansatz. Seid faul, rät der Digitalmarketing-Experte und verrät damit einen der Tipps, die Sie von Social Media-Experten kaum zu hören bekommen. 

"Jeder selbst ernannte 'Social Media Berater' empfiehlt, dass Ihr Unternehmen nichts dringender braucht als Twitter, Facebook, LinkedIn, Google+, Pinterest usw. Aber das ist keine Wachstumsstrategie oder ein Mittel, um die Klicks auf der Site und den daraus folgenden Umsatz zu erhöhen. Sein Vermögen zu streuen, ist hingegen eine anerkannte Herangehensweise bei der Anlageberatung. Damit verhindert man komplette Vermögensverluste, weil man das Risiko minimiert. Das Problem liegt aber darin, dass man gleichzeitig auch die möglichen Erträge begrenzt. Diversifikation egalisiert die Renditen. Das ist nun mal so.  

Der Schlüssel zu echtem Wachstum liegt darin, weniger zu investieren. Es geht darum, seine Zeit, sein Geld, seine Energie in so wenige Dinge wie möglich zu stecken. Um damit aus diesen Aktivitäten mehr herausholen zu können. Der eigentliche Sinn, Social Media für Ihr Geschäft einzusetzen, liegt darin zu wachsen - neue Kunden sollen dazu stoßen, treue Kunden sollen länger bleiben oder häufiger wiederkehren. Warum sonst lohnt sich Social Media?

'Social Media Experten' verstehen einfach nicht, wie Wachstum entsteht. Hier also drei Social Marketing Tipps, die Sie ihnen niemals erzählen werden

1. Seien Sie faul!

'Social Media Experten' fordern Sie dazu auf, 'rauszugehen und sich in die Unterhaltung einzumischen'. Sich 1:1 mit jemandem zu befassen, ist schön und gut, aber es bringt wenig. Stattdessen sollten Sie faul sein und die Leute auf sich zukommen lassen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: 

- Inhalte bereitstellen: etwa für andere Websites oder für verschiedene Branchenverbände und Organisationen

- Sachkunde beweisen: Unterstützen Sie einen Laien auf Ihrem Fachgebiet oder halten Sie nach Bloggern Ausschau, denen Sie bei einem Problem helfen können

- Nehmen Sie Geld in die Hand: Reservieren Sie in Ihrem Marketing-Budget einen Betrag zur freien Verfügung, den Sie entweder verschenken oder mit dem Sie eine bestimmte Blogger-Aktion sponsern, so dass andere Blogger darüber sprechen.

Diese drei Vorschläge haben eines gemeinsam: Sie bringen sich in Gemeinschaften ein - und geben den Menschen die Möglichkeit, Sie zu finden.

2. Tun Sie weniger!

Es passiert einfach zu viel in Sozialen Medien: Der Strom der Tweets ist endlos, Facebook überrollt uns jeden Tag mit neuen Features und jede Woche wird ein neuer Trend ausgerufen, dem man folgen soll. 

Immer kleinteiliger zu werden und Schnipsel zu verbreiten, führt zu Durchschnittsergebnissen. Konzentrieren Sie sich auf ein oder zwei Marketing-Assets, die ihnen wichtig sind und die sie langfristig entwickeln wollen. Damit befüllen Sie Social Media.

Ein Beispiel: Content Marketing

Klar. Der Kern des digitalen Marketings sind Inhalte. Das ist nicht neu. Wenn Sie wachsen wollen, spezialisieren Sie sich darauf, hochwertige Inhalte zu produzieren (oder stellen Sie dafür jemanden ein). Reichen Sie die Artikel an die Qualitätsmedien Ihrer Branche weiter oder sprechen Sie (ohne Bezahlung) auf Branchentreffen und Versammlungen.

Das bringt das Unternehmen 'im echten Leben' ins Gespräch und führt im Anschluss auch zu Social-Media-Präsenz. Und das alles mit EINER Investition in Zeit und Geld.

3. Ignorieren Sie Trends

Trends sind wie Wellen im Ozean - sie kommen und sie gehen. Early Adopters lieben sie und Journalisten springen auf jeden neuen Zug auf. Mein Lieblingstrend derzeit? Pinterest. Für viele Unternehmen ist das verschwendete Zeit:

- es lockt den "falschen" Traffic an: virale Inhalte spricht Leute an, die gerne von Seite zu Seite klicken. Kaufen werden nur wenige.

- es hat zu wenig User: Pinterest liegt bei etwa 10 bis 15 Millionen, alle anderen haben weit mehr als 90 Millionen User

- es passt demografisch nicht: bei Pinterest sind hauptsächlich Frauen.

Für einige spezielle Branchen mag das passen, aber eben nicht für alle. Daher sollten Sie damit keine Zeit verplempern."

Brad Smith arbeitet als Berater im Bereich Digital Marketing. Sein von ihm gegründetes Unternehmen heißt FixCourse  und ist eine Online-Lernplattform, die Firmen die Grundlagen des Onlinemarketings erklärt.

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