Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Die Zukunft von Videos und Pornografie im Web

Am 15. Juli ruft Amazon zum großen Prime-Day auf. Die Werbemaschine läuft auf vollen Touren: Facebook-Ads, TV-Kampagne – was man halt heute so macht. In Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Österreich, Spanien und den USA. Und warum so viel Aufwand? Weil Amazon weitsichtig plant: Prime soll die Marktmacht Amazons weiter sichern. Am Prime-Day wird es Angebote exklusiv für Prime-Kunden geben – Amazon verspricht werbewirksam eine Ersparnis von bis zu 50 Prozent. Eine kluge Strategie, um weitere Prime-Mitglieder zu gewinnen.

Ein Prime-Köder ist ja freies Video-Streaming. Und da geht es munter aufwärts, wie der Branchenverband Bitkom festgestellt hat: Mehr als drei Viertel aller Internetnutzer in Deutschland, also rund 42 Millionen Bundesbürger, schauen Videos per Stream. Amazon Prime rangiert beim Streaming zwar nicht an erster Stelle, denn am beliebtesten sind Videoportale wie Youtube, Clipfish oder Vimeo. Sechs von zehn Internetnutzern (60 Prozent) sehen sich dort kostenlos Videos an. Aber immerhin 22 Prozent rufen Serien oder Spielfilme von On-Demand-Portalen wie Watchever, Maxdome, Amazon Prime Instant Video oder dem Videodienst von Apple iTunes ab – gegen Geld. Und auch Microsoft rüstet sich für die Video-Zukunft: Aus Xbox Music wird Groove "Movies & TV". Für Werber bedeutet das: Streaming wird irgendwann stärker genutzt als TV. Michael Westphal, Leiter der Eco-Kompetenzgruppe Streaming Media, rechnet damit, dass es schon 2020 so weit sein wird.

Videoschauen wird also in den nächsten Jahren der Megatrend. Und so experimentiert Facebook fleißig vor sich hin mit Videos. Gerade spielt man sich bei Facebook mit frei verschiebbaren Videos. Mit einem Klick können die Videos verkleinert und auf einer beliebigen Stelle am Bildschirm festgepappt werden. Sinn und Zweck des Ganzen: Der Nutzer soll in der Timeline weiterscrollen können, während er parallel ein Video anschaut. Ob sich Werber nun wünschen, das ihre Videos nur mit halber Aufmerksamkeit betrachtet werden sei dahingestellt.

Derweil investiert der Medienkonzern ProSiebenSat.1 in die Vermarktung von Youtube-Stars. Für knapp 75 Millionen Euro hat man die Mehrheit an dem US-Onlinevermarkter Collective Digital Studio erworben. Mit gebündelten Kräften sollen der US-Onlinevermarkter und der zu ProSiebenSat.1 gehörende Vermarkter Studio71 internationale Talente aufbauen und damit weltweit zusätzliche Werbekunden gewinnen.

Damit aber mit den Inhalten alles korrekt abläuft, hat Twitter eine Twitter-Al entwickelt, die pornografische Inhalte erkennt. Facebook sperrt Nacktbilder ja schon länger. Hier hilft nur: weibliche Nippel mit männlichen Nippeln überkleben.  Oder auf andere Seiten wie zum Beispiel Xojane abwandern.

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