Wochenrückblick | | von Frederik Birghan

Die Woche im Schnelldurchlauf: 140 Zeichen gehen an die Börse

Im Gegensatz zum Börsengang von Facebook klappte der Start von Twitter ohne Probleme und mit großem Erfolg: Der Ausgabekurs von 26 US-Dollar pro Anteilsschein wurde gleich am ersten Börsentag um über 70 Prozent übertroffen. Das ist allein schon deswegen bemerkenswert, weil Twitter ja noch kein Geld verdient hat bislang – im Gegensatz zu Facebook, wo die Werbeeinnahmen steigen und Gewinne eingefahren werden. Es ist also erstens viel Geld im Markt auf dem Weg nach aussichtsreicher Anlage. Zweitens steckt noch immer viel Phantasie im zweitgrößten sozialen Netzwerk, das vor allem bei den Digital Natives und Medienmenschen sehr beliebt ist. Drittens werden den Börsianern Gewinne ab 2015 in Aussicht gestellt. Die Wall Street bleibt skeptisch.

Facebook jedenfalls hat diese Woche angekündigt, ihren sattsam bekannten Daumen im Meer der Daten zwischen Null und Eins versenken zu wollen: Künftig wird nur noch geliked und geshared, Zahlen inklusive. Ob das den Aktienkurs entscheidend nach oben treibt?

Eine Überraschung war sicher die Mitteilung der ganz neuen Freunde Google und Axel-Springer-Verlag: In Sachen Leistungsschutzrecht erbitterte Gegner, machen die zwei nun gemeinsame Sache. Die Vermarktungstochter Axel Springer Media Impact überlässt die Restplatzvermarktung den Realtime-Biding-Plattformen von Google. Springer spricht von einer "technischen" Zusammenarbeit, Google von einer "engen". Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft? Eher die Einsicht in Notwendigkeit, ganz nüchtern.

Wie schwer die Sache mit dem Geldverdienen sein kann, zeigt das Beispiel Groupon: Das Schnäppchen-Portal wächst zwar, macht aber immer noch Verluste in der gleichen Höhe wie im Vorjahr. Es gebe "noch viel Arbeit", heißt es. Es klingt ein klein wenig verzweifelt, denn die Aussichten sind keineswegs rosig.

Gut dagegen läuft es für ProSiebenSat1. Die Truppe um Chef Thomas Ebeling kann weitere Marktanteile erobern, Werbeeinnahmen steigern und vor allem im Digital-Geschäft zulegen. Dieses Segment will Ebeling noch weiter ausbauen.

Und natürlich gab es Neues in Sachen NSA und Snowden. Am besten hat uns die dokumentierte Aussage zweier Google-Mitarbeiter gefallen, die den Diensten ein kräftiges "F*** you!" entgegenschleuderten.

Die Woche im Schnelldurchlauf: 140 Zeichen gehen an die Börse

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht