Sportmarketing 2.0 | | von Annette Mattgey

Die Meisterschale geht an Werder Bremen

Werder Bremen kann sich ab sofort deutscher Meister nennen. Denn der Fußballverein beherrscht Social Media wie kein zweiter Sportverein in Deutschland. Eine ausgefeilte Analyse hat soeben die MHMK Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation veröffentlicht. Dabei hat sie sowohl verschiedene Sportarten und ihre Ligaverbände als auch unterschiedliche Social Media-Plattformen untersucht. Die Vereine der 1. und 2. Bundesliga mussten sich mit den Handball-, Basketball- und Eishockey-Teams messen lassen. Die schnitten gar nicht so schlecht ab. So platzierte sich auf Platz 3 (hinter Hannover 96 auf Platz 2) der Basketball-Verein ALBA Berlin. Die in Social Media aktivste Handballmannschaft ist der THW Kiel, der es in der Gesamtwertung auf Platz 17 schafft. In München muss sich der FC Bayern München der hauseigenen Konkurrenz geschlagen geben. Die Basketballer übertrumpfen mit ihrem 18.Platz die Fußballer auf Rang 19.

In die Wertung floss die Analyse von fünf ausgewählten Social-Media-Plattformen ein, und zwar Facebook, YouTube, Twitter, Google+ und XING. Diese wurden getrennt voneinander bewertet, und zwar mit channelspezifischen Kriterien, für die die Forscher zwischen 1 und 5 Punkte vergaben. Am Ende fügten sie die Punktwerte zusammen, gewichteten aber die Social Media-Kanäle nach ihrer Verbreitung. Die Facebook-Leistungen fielen daher am stärksten ins Gewicht, XING zählte am wenigsten. Außerdem achteten die Forscher darauf, nicht nur auf die Zahl der Fans und Follower zu schauen, sondern auch Faktoren wie Aktualität der Posts, Anzahl der Likes in Relation zum Ligadurchschnitt, Einbindung von Features und die Verknüpfung mit der Vereins-Homepage zu werten. Als Zeitpunkt der Messung wählten die MHMK-Experten den Freitag, 11. Mai 2012 (17 Uhr) - ein Tag, in dem noch in allen Sportarten und Ligen volles Programm lief und relativ wenig Sondereffekte (Championsleague, EM..) auftraten.

Und hier die Gesamttabelle: mit den Punktwerten aus den Kanälen Facebook/Youtube/Twitter/Google+/XING

 

 

Mit Verwunderung mussten die Wissenschaftler feststellen, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) - sonst häufig Vorbild für die übrigen Liga-Verbände - durch Facebook-Abstinenz glänzt. Ungenutztes Potenzial liegt ihrer Ansicht nach auch in der (Nicht-)Nutzung von YouTube. Einerseits führen sie das auf den hohen Aufwand zurück, andererseits aber auch auf kostenpflichtige, vereinseigene Web-TV-Angebote, mit denen das Management Geld verdienen will. Insgesamt bleibt für die untersuchten Sportorganisationen noch viel zu tun, damit sie ihre Defizite in Social Media aufholen.

In der reinen Facebook-Wertung haben es gleich vier Mannschaften auf den Spitzenplatz gebracht. Den Thron müssen sich die beiden  Fußball-Vereine Werder Bremen und Schalke 04 mit den Basketballern von ratiopharm Ulm und Bayern München teilen. Im Eishockey beherrschen die Kölner Haie den Kanal Facebook am besten (dahinter Ausgsburg Panther und Eisbären Berlin). Der THW Kiel führt die Handballer-Bestenliste an (danach kommen die Rhein-Neckar Löwen und SG Flensburg-Handewitt).

Und hier die Fußball-Bundesliga in der Reihenfolge ihrer Facebook-Wertung:

 

Die Meisterschale geht an Werder Bremen

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