Strategie | | von Annette Mattgey

Die drei spannendsten Alternativen zu Facebook

Muss es immer Facebook sein? LEAD digital-Blogger David Philippe beklagte in der vergangenen Woche, dass für viele Marketingverantwortliche der Horizont bereits bei Facebook endet. Dabei könne man seine Zielgruppen auch auf anderem Wege erreichen. Dieter Rappold, Geschäftsführer von Vi Knallgrau, unterstützt Philippe in seiner Argumentation und sieht eine "Ausdifferenzierung im Markt". Das Ende von Facebook sieht er aber nicht kommen: "Ich teile nicht die These, dass Facebook überaltert, oder Facebook vergreist, oder Facebook bis 2017 keine Nutzer mehr hat Dennoch ist es tatsächlich so, dass es spannende neue Plattformen im Markt gibt, die von Unternehmen vor dem Hintergrund Ihrer Social Media Strategie bewertet werden sollten."

 Twitter, Instagram und Snapchat sind für Rappold attraktive Alternativen:

#Twitter

Ist weit mehr als ein Newcomer am Markt, sondern schon längst eine der wichtigsten globalen Nachrichtenplattformen. Der Aspekt des "Social Filter" ist jener, der Twitter so unheimlich attraktiv macht. Der Plattform gelingt es durch ihr Design hervorragend einen hochrelevanten Newsstream zur Verfügung zu stellen. Es gib kein Thema, kein Spezialwissen weltweit zu dem sich auf Twitter nicht ein Experte fände – ist erstmal sein Feed abonniert, ist man zu diesem Thema immer übersichtlich am Laufenden.

Unternehmen können Twitter vor allem dann effizient nutzen, wenn Sie den Schritt zur Welt der "every company is a media company" schon zu einem guten Teil realisiert haben – sie können dann effizient eigenen Content distribuieren und die hochwertigsten Inhalte aus Ihrem Umfeld kuratieren, um Reputation nachhaltig aufzubauen. Twitter vermeldete Mitte 2013 über 200 Millionen aktive User und ist vom Potential her ein ernsthafter Facebook-Rivale – dies zeigen auch die Börsenkurse. Seit dem Börsegang stieg die Aktie um mehr als 170 Prozent und derzeit wird Twitter mit über 40 Milliarden Dollar bewertet. Zum Vergleich, die Volkswagen AG war Mitte 2013 mit knapp 58 Milliarden Dollar bewertet!

#Snapchat: 

Während uns Facebook noch damit fasziniert hat, alle Daten für uns zu speichern – wenn wir gewusst hätten, dass dies schon die NSA für uns tut! So gibt es keinen Trend der nicht eine Gegenbewegung forciert. In den vergangenen Jahren war beobachtbar, dass die Dialoge auf Facebook im Vergleich zu den Anfangsjahren immer oberflächlicher, bzw. weniger polarisierend geführt wurden. Der Grund liegt im Phänomen der "Persistenz" der Inhalte. Einmal publiziert vergisst das Internet nie und das macht mit steigendem Bewusstsein für Web-Inhalte Druck. Wer hat noch nicht eine Geschichte gehört, von einem Azubi, der wegen eines Facebook Posts oder Tweets gefeuert wurde.

Dies macht sich Snapchat zu Nutze und setzt auf "Non-Persistence". Inhalte oder sogenannte "Snaps" sind nur kurze Zeit, oft nur für Sekunden sichtbar. Dies senkt die Schranken, vor allem bei jungen Menschen, deutlich und das "sexting" hob so richtig ab. Jugendliche senden sich Fotos zu, auf denen sie nackt oder leicht bekleidet sind und die sich kurz darauf wieder von selbst löschen. Nur oftmals ist ein Screenshot schnell gemacht … Ende 2013 wurden auf Snapchat unglaubliche 400 Millionen "Snaps" pro Tag geteilt. Da ließ sich auch leicht ein Übernahmeangebot von 3 Milliarden Dollar ausschlagen. Wie konkret die Monetarisierung oder die Nutzung für Unternehmen aussieht, ist bis dato noch unklar. Auf Crowdsourcing-Plattformen zeigen sich Snapchat User schon sehr kreativ, welche Art von Kampagne man demnächst sehen möchte: http://www.adweek.com/news/technology/5-great-snapchat-ideas-big-brands-154134

#Instagram: 

Ein anderer Trend sind Plattformen mit stark visuellem Fokus, sei es Pinterest oder eben Instagram – getreu dem Motto "Bilder sagen mehr als tausend Worte". Instagram gehört bereits zum Reich von Facebook. Damals, kurz vor dem Facebook-Börsengang, wurde die Akquisitionssumme von 1 Milliarde Dollar noch ungläubig belächelt, stellt sich heute die Sinnhaftigkeit dieser Investition bereits unter Beweis.

Seit der Akquisition durch Facebook gewann Instagram über 120 Millionen neue User dazu und kann heute auf über 150 Millionen monatlicher User oder knapp 75 Millionen Menschen verweisen, die diese App täglich nutzen. Der Reiz von Instagram ist, dass jeder noch so unbegabte Mensch, dank digitaler Helferlein und attraktiver Filter, zu einem hervorragenden Fotografen werden kann. Marken wie z.B. Dunkin Donuts zeigen auch, wie kreativ und interessant die Plattform für Werbung genützt werden kann: http://www.businessinsider.com/dunkin-donuts-does-instagram-for-halloween-2012-10 

Fazit:

Egal ob Pinterest, Twitter, Snapchat, Whatsapp, Instagram, Vine oder andere Plattformen – wir leben in einer Welt des "sowohl als auch" und nicht in einer Entweder-oder-Welt. Daher muß sich weder Facebook fürchten, noch bleibt alles so wie es heute ist. Worauf wir uns verlassen können ist: es bleibt alles anders.

Die drei spannendsten Alternativen zu Facebook

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