Webguerillas | | von Annette Mattgey

Der typische Influencer ist jung, männlich, berufstätig

Ihre Zahl liegt bei etwa 4,6 Millionen. So hoch schätzt die aktuelle Untersuchung der Hochschule Macromedia die Schar der einflussreichen Personen, die im Social Web ihre Marken-Vorlieben oder Abneigungen teilen. Um die 16 Millionen Online-Nutzer in Deutschland bewerten regelmäßig Produkte im Social Web ("Recommender"). Davon lassen sich etwa 30 Prozent als "Influencer" klassifizieren, so die Studie, die die Hochschule Macromedia gemeinsam mit der Agentur Webguerillas ausgearbeitet hat. Sie basiert auf einer repräsentativen Online-Befragung unter 2.000 Probanden zwischen 18 und 65 Jahren in Deutschland und den USA und untersucht erstmals international vergleichend das Empfehlungsverhalten in den sozialen Medien und die Motive von Konsumenten dafür.

Demnach hat jeder dritte Deutsche in den vergangenen sechs Monaten mindestens einmal eine Markenempfehlung oder eine negative Markenäußerung im Social Web getätigt. Über die Hälfte davon (54 Prozent) gehen dabei auch über das Netzwerk der Freunde hinaus, so die Untersuchung "Markenempfehlungen in sozialen Medien".

Was den Recommender vom Influencer unterscheidet?

Er sieht sich als besonders markenaffinen, kommunikativen Marktkenner. Er identifiziert sich mit den Marken, denen er auf Social Media folgt, nutzt täglich die sozialen Plattformen und ist besonders stark vernetzt. Insgesamt zählt jeder elfte Deutsche zu der Gruppe der Influencer. Soziodemografisch betrachtet sind diese laut der Analyse überdurchschnittlich jung, männlich und berufstätig und verfügen tendenziell über einen höheren formalen Bildungsabschluss.

Das sind ihre Motive bei der Markenempfehlung

Aus insgesamt 32 Motiven lassen sich sieben zentrale Faktoren bilden. Wer negative Kommentare abgibt, bekräftigt damit sein "Empowerment als kritischer Konsument" oder will "Unzufriedenheit ausdrücken und Rechte ausüben".

Kümmern Sie sich um die "Brand Mavens"

Je nach Motivlage lassen sich nun drei besondere Typen differenzieren: Die "Brand Lovers" (27 Prozent) sind sehr am Produkt interessiert und pflegen eine starke persönliche Bindung zur Marke. Sie helfen anderen Usern gerne mit ihrer Erfahrung und wollen ihre bevorzugten Unternehmen unterstützten. Die "Brand Critics" (24 Prozent) wollen mit Kritik an der Marke Unternehmen zu einer Reaktion bewegen oder auch einfach ihrem Ärger über ein bestimmtes Produkt Luft machen. An der Schnittstelle dieser beiden Typen befinden sich die "Brand Mavens" (23 Prozent). Sie können – aufgrund der Verknüpfung ihrer grundsätzlich positiven Einstellung zur Marke und ihrer Grundhaltung als kritische Konsumenten - besonders starken Einfluss ausüben.

Insgesamt betrachtet geben 78 Prozent der Influencer an, sowohl positiv als auch negativ über Marken und Produkte zu berichten – rein negative Äußerungen sind mit zwei Prozent die absolute Ausnahme. 54 Prozent der Influencer schreiben dazu jede Woche Beiträge auf Blogs und in Foren. Weitere 64 Prozent kommentieren diese mindestens einmal pro Woche. Nahezu alle Influencer (99 Prozent) folgen ihren Lieblingsmarken auf Facebook, immerhin 89 Prozent auf Twitter und weitere 75 Prozent auf Youtube.

"Der Umgang und die Auseinandersetzung mit Marken im Social Web sind in Deutschland und den USA sehr ähnlich. Zudem führen die Befragten beider Länder die gleichen Motive an, warum sie sich im Netz zu einer Marke oder einem Produkt äußern. Lediglich bei der Nutzung der Social Media-Kanäle gibt es einen Unterschied: In den USA ist Twitter deutlich populärer", erläutert Prof. Castulus Kolo, wissenschaftlicher Projektleiter und Dekan der Hochschule Macromedia.

Die gesamte, 35-seitige Studie steht ab sofort kostenlos und ohne Pflichtangaben hier zum Download bereit.

Der typische Influencer ist jung, männlich, berufstätig

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht