Der Terror und seine Auswirkungen auf das Marketing
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Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Der Terror und seine Auswirkungen auf das Marketing

Kriegsähnliche Belagerung der Polizei in Paris Saint Denis. Abgesagtes Fußballspiel in Hannover. Diese Woche beherrschte die Terror-Berichterstattung die Medien. Und während für das Marketing vor allem Facebook und Whats App interessante Kanäle sind, setzen die Islamisten auf den Messenger Telegram. Über die Telegram-Kanäle ("Channels") konnten die Terroristen ein großes Publikum erreichen, hört man. Doch das ist jetzt vorbei: Telegram hat die Profile der Islamisten gelöscht. Allerdings kann das automatisierte Sperren von Accounts auch mal schief gehen wie das Beispiel von Isis, einer jungen Kalifornierin zeigt. Isis wird von Facebook als Terroristin klassizfiziert.

Was die ARD und das ZDF zu zahlreichen Sondersendungen veranlasst hat, hinterlässt auch im Marketing seine Spuren: Patrick Breitenbach stellt derzeit eine Politisierung von Markenbotschaften fest. Beispiel GLS Bank. Die Bank veröffentlichte eine Kundenmail, in der von Flüchtlingen als bedrohliche Invasoren die Rede ist. Und bezieht klar Stellung pro Flüchtlinge. Auch Starbucks spürt die Kluft zwischen den Religionen und will zur Weihnachtszeit "neutralere" Weihnachtsbecher mit Kaffee ausschenken. Das heißt ohne christliche (genaugenommen eigentlich heidnische) Weihnachtsdeko. Pepsi wiederum ist einer Verschwörung auf der Spur und will mit Hilfe von Menschen aus der ganzen Welt die Botschaft von Hoffnung, Einheit und Frieden verbreiten. Im Rahmen der diesjährigen "Pepsi-Challenge"-Kampagne konnte nämlich das Rätsel um den geheimnisvollen Satelliten "Black Knight", der seit Jahren bedrohlich um die Erde kreist, gelöst werden. Mit dem Film "Black Knight Decoded" trifft Pepsi wahrscheinlich genau den Nerv der Zeit: Sehnsucht nach Frieden. Das Timing hätte besser nicht sein können, das Thema nicht passender.

Auch das Versandhaus Otto baut auf innerste Wünsche. Otto.de erzählt fürs Weihnachtsgeschäft in einem kleinen Film die Kurzgeschichte rund um den Postboten Mr. Banks und den kleinen Tommy. Die User dürfen ihre eigenen Erlebnisse beisteuern - alles unter dem Motto #Weihnachtenistindir. Doch anders als im Terror von Paris endet es bei Otto gut: Jeder erfüllte Wunsch der Teilnehmer wird ein  Stern am "Himmel" der Microsite der Kampagne. Schade nur, dass man Frieden bei Otto nicht bestellen kann.

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