Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Der Kampf um Daten - Kreativität gewinnt

Youtube hat monatlich eine Milliarde User  - macht aber keinen Gewinn. Das ist die Jahresbilanz für 2014, die Google für seine Video-Unit diese Woche präsentiert hat. Der Umsatz dagegen ist um gut eine Milliarde US-Dollar auf vier Milliarden US-Dollar geklettert.

Die Video-Site, deren Inhalte von manchen als "Müll" bezeichnet werden, zumindest teilweise, versucht seit einigen Jahren mit professionellem Content tägliche Anlaufstation junger Zuschauer zu werden - und damit in Konkurrenz zum Fernsehen zu treten. Doch obwohl Youtube viele Millionen Dollar in die Content-Produktion steckt, die gemeinsam mit den Kosten für die qualitativ hochwertige Video-Auslieferung den gesamten Gewinn frisst, ist diese Strategie noch nicht aufgegangen.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, will Youtube nun mithilfe des Mutterkonzerns Daten heranziehen, um Werbung präziser auszuspielen: Bisher werden User via Cookies durch den hauseigenen Online-Marketing-Dienstleister Doubleclick getrackt. Angereichert mit Daten wie etwa der Search History der User könnte Werbung noch effektiver aussteuern. 

Dass die digitale Welt reicher wird, je mehr Daten sie sammeln und auslesen kann, zeigen auch weitere Diskussionen in dieser Woche. So hat Apple angekündigt, für zwei Milliarden Dollar seine ersten zwei Datencenter in Europa - Dänemark und Irland - aufzubauen. Ziel ist es, die strengeren Gesetze zum Datenschutz zu erfüllen. 

Diese haben sich seit der Spionage der National Security Agency verschärft. Außerdem will man mit europäischen Regeln der steigenden Macht amerikanischer Internet-Giganten Herr werden, die den europäischen Markt zu überrollen drohen. 

In Japan macht man sich dagegen nicht so einen Kopf, was die Amerikaner anbelangt. Sondern lebt in der eigenen Welt, die mehr und mehr einen speziellen Typus willkommen heißt: den Roboter, der so aussieht als wäre er einem Anime entsprungen. So hat Telekommunikations-Dienstleister Softbank in Tokio einen Roboter namens Pepper vorgestellt. 121 Zentimeter groß soll der Roboter sein, der mit artifizieller Intelligenz und Internet-Verbindung ausgestattet ist.  Er kann menschliche Stimmen erkennen und einfache Gespräche führen. Zudem kann er Körpersprache und Gesichtsausdrücke dechiffrieren.

Daten hin, künstliche Intelligenz her: Bei den Oscars hat Lego gezeigt, wie im letzten Jahr Samsung, dass die gute alte klassische Werbeeinbindung bombig funktioniert - wenn sie eben dort platziert ist, wo 44 Millionen Menschen einschalten. Von einem effizient ausgesteuerten Targeting mit minimalen Streuverlusten kann man dabei aber nicht sprechen. 

Der Kampf um Daten - Kreativität gewinnt

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht