Viral | | von Annette Mattgey

Der Erfolg von Gangnamstyle: Zufall oder geplant?

Zufall oder geplanter Coup? Über den Erfolg des Musikvideos Gangnam Style des südkoreanischen Künstlers Psy lässt sich nicht streiten, über die Entstehungsgeschichte schon. Die britische PR-Agentur 10 Yetis sieht dahinter eine gelungene Strategie der Plattenfirma YG Entertainment, um den amerikanischen Markt zu erobern. Einige der Kommentatoren widersprechen. Den Start markiert Andy Barr, Gründer und Geschäftsführer von 10 Yetis, im Februar 2012, als die Plattenfirma ankündigt, sich stärker auf dem amerikanischen Markt zu engagieren. Bis dahin war das Unternehmen hauptsächlich Insidern im Bereich K-Pop (Korean Pop) bekannt und hat auf seinen Youtube-Kanälen um die 2,5 Millionen User versammelt - der ideale Grundstock, um mit Psy durchstarten zu können. Außerdem bespielen die Bands und Musiker, die YG Entertainment unter Vertrag hat, zahlreiche Twitter-Accounts.

In Phase 2 fällt dann die eigentliche Produktion des Lieds, das YG zuerst auf dem Heimatmarkt Südkorea gepusht hat. Dazu tragen neben Psy die übrigen Figuren im Video bei - unter anderem ein einheimischer Komiker und ein Talentshow-Gewinner. "Die starke Besetzung, die schillernden Farben, der Humor und der Hintersinn, sich damit über das Reichenviertel Gangam lustig machen zu können, waren die Grundlage dafür, dass das Video ökonomische und kulturelle Gräben überwindet", analysiert Barr. Mit der Veröffentlichung am 15. Juli begann Phase 3, der weltweite Siegeszug, der am Ende zu einer enormen Zahl von Likes, Kommentaren und Posts in allen Social Media-Plattformen führte. Barr zeichnet dann den Weg von der Erwähnung in typischen Techie-Medien wie Gizmodo und Gawker hin zu den Mainstream-Medien - bin hin zu Auftritten bei den MTV Awards und in der Ellen De Generis-Show, wo sogar Britney Spears im Gangnam-Style tanzt.

Andy Barr hat aus der Vorgehensweise von YG Entertainment sechs goldene Regeln formuliert:

  • "1. Have a final goal in mind (likes, shares, sales leads, entering new territory)
  • 2. Organically grow a large seeding platform of engaged followers (online and database driven)
  • 3. Create content that is engaging & shareable and crosses social/economic/language boundaries
  • 4. Tease to known fanatics and early adopters
  • 5. Have a plan to reignite the campaign along the way (media)
  • 6. Have an exit strategy/cease the campaign, leaving people wanting more"

Wer die Analyse genauer nachlesen will, kann das via Slideshare oder in einem Whitepaper tun. Hier diskutiert Andy Barr mit Kollegin Laura Edwards von der Schwesteragentur aSocialMediaAgency.com:

Der Erfolg von Gangnamstyle: Zufall oder geplant?

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