Das war die Dmexco: Camera Content und bessere Werbung
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Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Das war die Dmexco: Camera Content und bessere Werbung

Waren Sie diese Woche in Köln? Sie wissen schon... die Dmexco.... Traditionsgemäß erfährt die Branche hier, welche aktuellen digitalen Trends man kennen muss und welche nächste Stufe der Werbung gezündet wird. Und hier war ganz klar Imran Khan, Chefstratege bei Snapchat der Mann, den man gehört haben musste. Die Botschaft: Snapchat ist eine Camera Company! Besser kann man sich zu Facebook nicht abgrenzen. Das wichtigste Tool sei die Kamera, die User auffordert, selber kreativ zu werden, Fotos und Videos zu erstellen und mit diversen Filtern zu versehen. 60 Prozent der mittlerweile über 150 Millionen täglich aktiven User weltweit würden auf Snapchat Content kreieren. Die Schlussfolgerung für Werbetreibende: Werbung findet in Zukunft nur noch in bewegten Bildern statt. Als Marketer kann man sich an die verschiedenen Formate bei Snapchat hängen oder kreative Filter anbieten. Nun ja, die Welt ist eine Scheibe.

Bei Twitter sieht man das anders. Oder doch nicht? Twitter-CEO Jack Dorsey erklärt, Twitter wolle sich künftig noch mehr als Ort für Diskussionen bei großen Events etablieren. Diskussion? Aha. Aber ohne Video kommt auch Twitter nicht mehr aus und hat eine Live-Video App vorgestellt. Damit weitet Twitter seine Einflusssphäre Apple TV, die Amazon Fire TV Box und die Spielekonsole Xbox One aus. Die Nutzer können dort Live-Videos konsumieren, ohne dafür die Twitter-Website zu besuchen. Inhalte wie die Spiele der National Basketball Association (NBA) und der Major League Baseball (MLB) oder Finanznachrichten von Cheddar und Bloomberg News werden mitgeliefert.

Auf der Dmexco wird einmal mehr deutlich, wie sich die Zukunft des Werbemarktes und der Medien verschiebt. WPP-CEO Martin Sorrell beispielsweise ist sich sicher, dass konventionelle Medien wie die "New York Times", "BBC" oder "Guardian" es noch nicht verstanden hätten, News für die Generation Millenials zu machen. Dabei experimentiert gerade die BBC fleißig mit neuen Formaten und hat schon die ein oder andere Reportagen bereits als reine Snapchat News gezeigt. Denn ohne News und Content keine Plattform für Werbung. Da sind sich alle Parteien einig. Und noch gibt es die großen Magazine, auf denen Ads geschaltet werden. Ergo hat sich auch das Thema Adblocker noch nicht erledigt.

Auf der Dmexco ging die Schlacht um die Adblocker in die nächste Runde. Die "Coalition for better Ads" hat sich vorgestellt. Mit dabei sind unter anderem Google, der Branchenverband BVDW, Procter & Gamble und Unilever. Nervige Pop-ups und Interstituals  will Google abstrafen, schnellere Ladezeiten sind ein weiteres Ziel der Koalition. "Bild" und der Vermarkter Media Impact wiederum wollen auf Bild.de Werbeformate wie Video Overlays, PopUnder und Intext Overlays verbieten. Die Nutzer könnten also aufatmen, dass sie in Zukunft von Nerv-Werbung verschont werden. Könnten sie, gäbe es da nicht Adblock Plus. Parallel hat der große Adblock-Anbieter Adblock Plus nämlich verkündet, selbst als Werbenetzwerk zu agieren und Werbetreibenden einen Code-Schnipsel anzubieten, der dafür sorgt, dass die Werbung den Adblocker umgeht. Von Qualität der Werbung ist beim selbsternannten Werbe-Überwacher nichts zu hören. Man darf gespannt sein, ob sich Adblock plus damit sein eigenes Grab schaufelt.

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