Das große Rennen: Snapchat, Facebook und Virtual Reality
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Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Das große Rennen: Snapchat, Facebook und Virtual Reality

Snapchat löscht seinen Facebook-Account. Snapchat bietet Behavioral Targeting. Kaley Cuoco zeigt Bußen auf Snapchat. Die Schlagzeilen der Woche gehören nicht dem Goliath Facebook, sondern David Snapchat.

Dass Snapchat 6,5 Millionen Follower auf Facebook zurücklässt, ist nicht nur mutig, das ist eine klare Kampfansage. Dass Snapchat Werbern endlich Targeting-Möglichkeiten anbieten will, die Grundvoraussetzung für moderne Werbekampagnen im Zeitalter der Digitalisierung sind, wird Facebook ebenfalls beunruhigen. Was unternimmt man dagegen? Man bemüht sich, Instagram in Stellung zu bringen: Instagram, das Facebook mal kaufen wollte, aber nicht bekommen hat, ermöglicht jetzt ebenfalls bunt bemalte Fotos, die nach 24 Stunden wieder verschwinden, zeigt, wie ernst man den Konkurrenten nimmt, der einem die Werbekunden nehmen könnte. Wie gut Snapchat wiederum im Geschäft ist, zeigen die neuen Geofilter von Snapchat. Dafür verlangt der Messenger von seinen Nutzern Preise ab 5 US-Dollar. Und bei werbetreibenden Unternehmen etwas mehr.  Lange war Facebook das Google in Sachen soziale Netzwerke. Nicht einmal Google selbst konnte diesen Erfolg aufhalten. Doch jetzt hat Facebook endlich ernsthaft Konkurrenz bekommen: Snapchat dreht auf. Werber haben also wieder einen Touchpoint mehr in ihrer Customer Journey. Doch Konkurrenz belebt das Geschäft: Man darf gespannt verfolgen, was mit den Anzeigenpreisen passieren wird.

Und noch etwas wird spannend: Wenn sich Virtual Reality wirklich durchsetzt – wer wird hier den 3D-Ton angeben? Facebook, das fleißig mit VR experimentiert, sich mit Samsung zusammengetan hat und schon eigene VR-Kanäle bietet? Oder Newcomer Snapchat der auch über 3D-Welten einfach mal ein paar lustige Filter legt? Glaubt man der Beratungsgesellschaft Deloitte und dem Branchenverband der Internetwirtschaft Bitkom, so wird VR ein Milliardengeschäft. Computer- und Videospiele, ferne Orte kennenlernen, Musikkonzerte erleben oder Filme und Sportereignisse ansehen – VR ist gemacht für ein breites Einsatzfeld. Und irgendwo mittendrin müssen sich Facebook und Snapchat positionieren.

Was es sonst noch an neuen Ideen rund um unsere vernetzte Welt gibt, ist dieses Wochenende auf der IFA in Berlin zu sehen. Die Messe für Unterhaltungselektronik zeigt, was ein moderner Haushalt haben muss: mit dem Internet verbundene Ultra-HD-Fernseher, vernetzte Smart Home-Geräte und Health-Devices.  Mein persönliches Highlight ist der Dirror, ein digitaler Spiegel. Er zeigt Kalender, Uhrzeit, Wetter, E‐Mail, Landkarten und Webseiten an. Hotels und Gaststätten sollen bereits großes Interesse signalisieren.

Das große Rennen: Snapchat, Facebook und Virtual Reality

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