LEAD digital-Autorin Irmela Schwab fasst die Woche zusammen.
LEAD digital-Autorin Irmela Schwab fasst die Woche zusammen. © Foto:privat

Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Das Ende von Vine: Wie soziale Plattformen ihren Content monetarisieren

Vine ist am Ende. Nach dem großen Hype der vergangenen Jahre wenden Content-Kreateure und Marketer der Sechssekunden-Plattform den Rücken zu. Warum? Das lässt sich in drei Sekunden erklären: Die Twitter-Tochter bietet keinerlei Optionen zur Monetarisierung von Content: weder für Produzenten noch für Werber.

In Snapchat, Instagram und Facebook dagegen schlummert mehr Potenzial. Investoren haben insgesamt 2,6 Milliarden Dollar in Snapchat investiert - obwohl die App im vergangenen Jahr nur 59 Millionen Dollar Umsatz generiert hat. Doch die User lieben es: Stand Dezember hat die App 110 Millionen täglich aktive User. Die Plattform gewinnt so gesehen in jedem Quartal 50 Prozent neue Nutzer hinzu, und das über die vergangenen zwei Jahre hinweg.  

Das lockt Marketer scharenweise an. Die sozialen Kanäle gewinnen immer mehr an Relevanz, werden - laut Emarketer - womöglich bald TV die Show stehlen. Schließlich bieten Facebook & Co. Funktionen an, über die man zum Beispiel Videos an ihrer spannendsten Stelle zeigen kann, bei denen die ungeduldigen User besser hängenbleiben.

Oder Spotify: Der Social Music Streaming-Service lässt Werbungtreibende ihre eigenen Playlists zusammenstellen, und neuerdings auch Spotifys eigene Musik-Kurationen sponsoren. Über solche Playlists, die oft Millionen an Followern haben, versprechen sich Brands, ihre Kunden noch effizienter - und nativer -  zu erreichen.

Ausprobieren kann man solche Features ja mal. Vieles wird dann manchmal gar nicht gewollt - so wie offenbar die Video-Werbeplattform Live Rail, die Facebook nun -  zwei Jahre nach dem Zukauf für eine halbe Milliarde Dollar - wieder einstellt. Das Konzept von Live Rail ging laut Recode nicht auf. Facebook will nun neue Wege finden, um Werbern eine Plattform zu bieten. 

Alles ist im Fluß, was einmal funktioniert hat, kann morgen schon wieder weg vom Fenster sein. Tatsächlich könnte es auch Paypal bald nass reinregnen. Visa-CEO Charlie Scharf sieht den Bezahldienst-Anbieter mehr als lästige Konkurrenz denn als Partner. Hintergrund: Visa will nun seinen eigenen Checkout-Service viel aggressiver am Markt platzieren. Mögliche Partner sind Apple Pay oder Android Pay, die nicht mit Paypal arbeiten.

Den mobilen Checkout zu vereinfachen, darin liegt der heilige Gral fürs Business. Auch Amazon spielt mit One Click in dem Geschäftsfeld mit, Händler wie Domino- Pizza experimentieren sogar mit Zero Click-Bestellungen. Währenddessen denkt Jeff Bezos inzwischen schon an Lebensmittel-Lieferung per Fingerschnipp: Im Herbst will die E-Commerce-Plattform seinen Dienst Amazon Fresh in Berlin starten.

Das Ende von Vine: Wie soziale Plattformen ihren Content monetarisieren

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