Rezension 2.0 | | von Annette Mattgey

Blog-Kritik: Ninia LaGrande über Two for Fashion von Otto

Mode-Blogs gibt es unzählige. Aber der Versandhandelkonzern Otto hat gerade seinen Blog Two for Fashion renoviert. Daher hat LEAD digital die Social Media Expertin und selbst eifrige Bloggerin Ninja LaGrande gebeten, den neuen Auftritt zu rezensieren. "Bunt, bewegt und gut", lautet ihr Urteil.

Kathrin und Thuy sind die Köpfe des Otto-Blogs Two for Fashion und geben der Plattform so ein Gesicht. Neben einem ansprechenden und leicht zu bedienenden Design lebt der Blog vor allem von den persönlichen Posts und Tutorials. Mein erster Eindruck, als ich mir die neue Aufmachung von Two for Fashion angeschaut habe: „Uff!“ Für zwei Sekunden fühlte ich mich tatsächlich ein bisschen erschlagen von den vielen unterschiedlichen Bildern und Schriftgrößen. Vergeht aber schnell, das Gefühl, und dann macht das neue Blogdesign richtig Spaß.

Was ich besonders toll finde: Es gibt keine offensichtliche Werbung. Zumindest nicht auf den ersten Blick und wenn innerhalb der Posts auf die Produkte von Otto hingewiesen wird, dann eingebettet in ein redaktionelles Umfeld. Da kann Two for Fashion sehr bei mir punkten. Hier wird das Prinzip Blog also tatsächlich umgesetzt und nicht, wie bei den hilflosen Versuchen von Neckermann und Quelle, als Werbeplattform ausgenutzt.

Ich stehe sehr auf den „selbstgemachten Look“ beim Design. Die Social Media Buttons wirken liebevoll handgezeichnet. Genauso wie die Kommentar- und Herzchenbuttons. Der Schal am Bügel zieht sich durch das Logo und die Newsletter-Anmeldung und geblättert wird auf einem Messband. Diese liebevollen Details finde ich super. Die Sidebar hingegen stresst mich als User ein bisschen. So viele Infos auf so wenig Platz. Wen interessiert, was vor einem Jahr auf einem Blog passiert ist? Auch die aktuellsten Videos könnten aus der Sidebar verschwinden. Die finde ich nämlich viel schneller im sehr gut strukturierten Header. Gleiches gilt für die Kategorien-Ansicht. Ein sofort erkennbarer Hinweis reicht aus, um die User weiter zu lenken und die Sidebar etwas zu entschlacken. Überhaupt: Die Kategorien. Schön, übersichtlich, ansprechend. Will ich sofort alles lesen. Ebenfalls schön umgesetzt: Die Bilderansicht. Wie bei Tumblr scrolle ich ins Unendliche und muss bei Gefallen nur kurz mit der Maus über das Bild fahren, um zu erfahren, worum es in dem Artikel geht. Und die Bilder sind wirklich gut.

Redaktionell punktet der Blog vor allem durch seine Videos: witzige Interviews, Backstage-Stories und persönliche Tutorials. Bewegtbilder sind an sich eine Sache, die mir auf vielen anderen Mode- oder Corporate-Blogs noch fehlen oder zu wenig gepostet werden. Deshalb finde ich es nun umso schöner, dass ich mich direkt vom Header in die Videos klicken kann. Direkt neben den Videos finde ich die Social Media Buttons. Klar nebeneinander angeordnet und es ist alles dabei, was das Digital-Native-Herz erfreut. Sogar auf Pinterest ist „Twoforfashion“ schon gut unterwegs. Die Facebook-Seite ist nett, hat aber Schwächen: Die Infobox bricht mitten im Satz ab und es fehlen einige Titelbilder für Apps. Ich schiebe das auf die Chronik-Umstellung und gebe den Mädels noch ein bisschen Zeit, die Seite entsprechend anzupassen. Der Rest, Twitter, Bloglovin', YouTube usw., alles schön befüllt und aktuell. Was mir ebenfalls sehr positiv aufgefallen ist:Two for Fashion postet nicht nur, sondern kommuniziert. Fragen auf Facebook werden innerhalb einer Stunde beantwortet. Da könnten sich einige große Firmen eine Scheibe abschneiden.

Die wirklich grandiose Idee des „Endless Fashionwalk“ könnte man noch ein bisschen besser promoten. Hier drin steckt hohes Mitmachpotenzial. Auf dem Blog hängt sie ein bisschen in der Luft. Aufgrund des Designs dachte ich erst, ich würde auf Facebook mehr finden. Hier komme ich aber auch erst nach dem Ausklappen der Apps auf  die richtige Fährte.

Die mobile Ansicht ist schlicht und praktisch. Ein Titelbild und darunter reihen sich die aktuellsten und beliebtesten Artikel. Außerdem tauchen auch hier wieder die Social Media Buttons auf. Fürs unterwegs lesen absolut ausreichend und vor allem nicht überladen.

Wenn Two for Fashion Niveau und Aktualität halten können und es schaffen, mehr als ein, zwei Posts pro Tag zu bringen, dann haben sie auch die modische Konkurrenz (zum Beispiel Lesmads) bald abgehängt. Die Firmenblogs ihrer Branche sind sowieso schon weit hinter ihnen, was redaktionelle Qualität und Design angeht. Mein Wunsch: Noch mehr auf Bilder setzen und die wichtigsten Links einfach im Header belassen. So würde aus dem Blog, der augenscheinlich gerne eine Magazin sein möchte, tatsächlich ein Online-Magazin. Und noch mehr Videos, genau in der Art, wie sie jetzt schon veröffentlicht werden.

 Ninia Binias ist Social Media Managerin bei papagei.tv, Bloggerin und Poetry Slammerin. Im Netz ist sie als Ninia LaGrande (@NiniaLaGrande) unterwegs. Sie mag: Darkwing Duck, Fotografie, Mode, Festivals & Sneakers. Sie hasst: Schmetterlinge.

Blog-Kritik: Ninia LaGrande über Two for Fashion von Otto

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