Petition | | von Annette Mattgey

#BILDsexism: Kai keilt zurück

Bild-Chefredakteur Kai Diekmann adelt das Anliegen von Kristina Lunz, auf die Bild-Girls komplett zu verzichten, mit einer Antwort per Twitter. Allerdings heizt er damit die Debatte erst richtig an. Die 25-jährige Studentin versucht via Change.org Mitstreiter für ihre Petition zu finden, in der sie die Abschaffung des Bild-Girls  - aus ihrer Sicht Zeichen für den alltäglichen Sexismus - fordert. Bis jetzt haben mehr als 27.000 Personen die Möglichkeit zu unterschreiben wahrgenommen. Um ihr Anliegen voranzutreiben, setzte sie den Hashtag #BILDsexism in die Welt.

Diekmann hat via Twitter auf die Petition reagiert  - allerdings in einer Weise, die Lunz als Verhöhnung empfindet. So postete er ein nacktes Bild-Girl auf Twitter und rief zu weiteren Bewerbungen auf:

Lunz, die derzeit in Großbritannien studiert, hat sich die Kampagne dort abgeschaut. Mehr als 200.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner bekennen sich zur "No more page 3"-Kampagne gegen das Boulevardblatt "The Sun". Herrn Diekmanns Reaktion empfindet sie als "würdelos". Sie "zeigt, dass er auch 2014 nichts verstanden hat. Statt sich selbstkritisch mit dem alltäglichen Sexismus seiner Zeitung auseinander zu setzen, fällt ihm nichts Besseres ein, als ein nacktes BILD-Girl auf Twitter zu verbreiten. FAIL!"

Nicht nur Diekmann griff Lunz an. "Anstatt meine Taten und meine Argumente zu kritisieren, bekam ich leider bisher oft sexistische Attacken zu spüren," gab sie im Interview mit Vocer an.

Heute rudert Diekmann zurück und hört sich so an:

Trotz der prominenten, wenn auch zweifelhaften Unterstützung hat es #BILDsexism nicht unter die Trending Topics bei Twitter geschafft. Damit zeigt sich erneut, wie schwierig es ist, Viralität herzustellen und zu planen. Heute stehen ganz klar tagesaktuelle Themen vorne: #Cometlanding und #Sterbehilfe (passend zur Debatte im Deutschen Bundestag).

Für einige Ideen muss wohl einfach die Zeit reif sind, damit sie an Eigendynamik gewinnen - wie gerade die massenhaften Tweets unter dem Hashtag #notjustsad beweisen. Hier haben Depressive und andere von psychischen Krankheiten Betroffene ein Forum für sich geschaffen.

#BILDsexism: Kai keilt zurück

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