Ab dem 1. November führt die Postbank ein neues Gebührenmodell ein. Das sorgt für Ärger.
Ab dem 1. November führt die Postbank ein neues Gebührenmodell ein. Das sorgt für Ärger. © Foto:Postbank

Kontogebühren | | von Frauke Schobelt

Aus für Gratiskonto: Postbank kassiert Social-Media-Prügel

Das kostenlose Girokonto - mit diesem Service hat die Postbank seit dessen Start vor rund 20 Jahren Millionen Kunden gewonnen. Nun ändert die mittlerweile größte Privatbank Deutschland laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ihr Geschäftsmodell: Deutlich weniger Kunden wird künftig das Gratiskonto angeboten. In den sozialen Netzwerken braut sich bereits ein Unwetter zusammen. Hauptkritik: Neben jungen Leuten wird auch Gutverdienern die Gebühr erlassen. Geringverdiener werden dagegen künftig zur Kasse gebeten.  

Ab dem 1. November 2016 soll das veränderte Preismodell gelten. Angeboten wird das Gratis-Konto künftig weiterhin jungen Leuten und Kunden mit einem Geldeingang ab 3000 Euro pro Monat. Alle anderen - die große Mehrheit der Kunden - muss künftig 3,90 Euro im Monat zahlen. Immerhin wird es damit für Kunden günstiger, die weniger als 1000 Euro im Monat einzahlen. Sie mussten vorher 5,90 Euro berappen. Die Postbank hat rund 14 Millionen Kunden, darunter mehr als 5 Millionen mit einem Girokonto.

"Wir müssen raus aus dieser Welt, in der Girokonten querfinanziert wurden“, sagt Postbank-Vorstand Susanne Klöß im Interview mit der „"Süddeutschen Zeitung". Dabei hatte die Postbank diese Gratis-Kultur einst selber mitbegründet. Doch nun seien die Rahmenbedingungen anders. Als Grund für die Umstellung wird die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) genannt, die niedrigen Zinsen verhageln der Bank ihr Geschäft. Klöß verteidigt deshalb die Gebühren als gerechtfertigt, schließlich biete die Bank Leistungen wie Kontoführung, Online-Banking, mehr als 1000 Filialen und rund 9000 Geldautomaten. Für eine Stunde Parken zahle man in Ballungsräumen eine vergleichbare Summe und darüber beschwere sich niemand.  

Die Postbank nimmt in Kauf, dass sich Kunden nach einem neuen Finanzinstitut umschauen. „Aber klar, einige werden sich jetzt umorientieren", sagt Klöß der "SZ". Ich bin nicht blauäugig." In Facebook-Kommentaren machen schon erste Kunden ihrem Ärger Luft: "Ich brauche leider noch etwas mehr Zeit als bis zum 1.11. um alles auf die DKB zu ändern - damit ich bei der Postbank kündigen kann. 25 Jahre Postbank Kunde und dann sowas..." Allerdings müssen Kunden genau hinschauen, denn auch andere Banken haben Kontogebühren eingeführt oder erhöht. Befördern könnte die Wechselbereitschaft außerdem eine Gesetzesänderung, die im September in Kraft tritt. Sie setzt eine EU-Richtlinie um und verpflichtet die Banken, ihren Kunden den Kontowechsel zu erleichtern. 

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Das komplette Interview mit Postbank-Vorstand Susanne Klöß gibt es online auf www.sueddeutsche.de (Paid Content, Testzugang kostenlos).

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