Wochenrückblick | | von Tobias Weidemann

Aufreger der Woche: Zalando, Werbeblocker und ein zahnloser Tiger

Da wären als erstes die Umsatzzahlen von Zalando. Die sind zwar einerseits mit 50 Prozent Umsatzsteigerung vielversprechend – unterm Strich wird aber immer noch kein Geld verdient. Man argumentiert mit mildem Winter und spätem Start des Sommers und kommt dann auf die eigentlich Crux: Im Schnitt wird jeder zweite Artikel zurück geschickt. Das ist keine besonders hohe Zahl im Onlinehandel mit Mode, zeigt aber ein generelles Problem auf, gerade bei nur kurzfristig angesagten Stücken. Ob sich in dieser Branche im Laufe des Jahres mit den neuen rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich Rücksendekostenübernahme etwas ändert, ist unklar.

In Hamburg traf sich in dieser Woche alles, was im Realtime-Advertising-Geschäft Rang und Namen hat, zur d3con. Man kam mal wieder zu der nicht ganz neuen Erkenntnis, dass Daten das neue Öl sind und dass der RTA und Programmatic Buying auch in Deutschland den hohen Stellenwert erreichen werden, den sie bereits heute in den USA haben. Ob Adblock-Plus-Chef Till Faida mit Geleitschutz nach Hamburg kam, ist nicht überliefert. Immerhin verteidigte er sein in der Online-Werbung gerade kürzlich erneut in die Kritik geratenes Werbeblocker-Konzept in einem Panel mit den Worten „Wir schaffen einen messbaren Mehrwert und davon profitieren wir“.

Diskutiert wurde diese Woche auch, woher eigentlich die ganzen Fans bei Facebook kommen und welche Rolle dabei Like-Farmen spielen. Klar scheint, dass Fankauf allenfalls Strohfeuer auslöst und die nachhaltige Glut nur von echten Maßnahmen kommen kann. Das Wissenschaftsblog Veritasium will nun herausgefunden haben, dass zumindest im amerikanischen Raum die Facebook-Werbeeinnahmen teilweise auf Fake-Likes basieren. 

LEAD digital-Blogger David Philippe sieht allerdings, ähnlich wie Blogger Thomas Hutter zumindest hierzulande noch keine auffällige Korrelation, die das belegen würde. Philippe erklärt aber auch, dass das reine Fan-Gehubere oftmals gar nicht sinnvoll ist, da die inaktiven Fans aufgrund von Engagement-Quotienten die Reichweite von Posts verringern.

Im Bundestag wird es zukünftig einen Ausschuss mit dem blumigen Namen „Digitale Agenda“ geben. Der nahm diese Woche seine Arbeit auf und besteht aus sechzehn Abgeordneten von CDU, SPD, Grünen und Linken. Zu sagen hat er indes nicht viel – man werde „mitberatend  tätig sein“ heißt es in dem Antrag zur Einsetzung. Schauen wir mal, wie die Politiker sich im „Neuland“ zurechtfinden und welche Kräfte und Ministerien wirklich die Netzpolitik gestalten.

Aufreger der Woche: Zalando, Werbeblocker und ein zahnloser Tiger

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