Die Woche im Schnelldurchlauf | | von Irmela Schwab

Aufreger der Woche: Twitter und Facebook wetteifern um den Lead

Es vergeht kaum eine Woche, in der Twitter und Facebook nicht Schlagzeilen mit ambitionierten Plänen machen, die vor allem Werbekunden beeindrucken dürften. Auch in dieser Woche war es wieder so weit:

Twitter machte den Anfang. Der Microblogging-Dienst sucht in jüngster Zeit immer mehr den Schulterschluss mit TV-Sendern, um völlig neue Werbeflächen zu kreieren. Bei den Related Links, die der Kurznachrichtendienst nun am Montag ankündigte, sollen Websites, die Tweets integrieren, von Twitter mit einem Backlink belohnt werden. Diejenigen Artikel, die schon jetzt Embedded Tweets innnerhalb ihres Contents enthalten, werden künftig auf der Permalink Page von Twitter für alle sichtbar sein. Damit will Twitter einerseits seinen Nutzern dabei helfen, “die größere Geschichte hinter dem Tweet zu entdecken” - wie es in einem Blogpost heißt. Die Verlage andererseits dürfen sich über mehr Klicks freuen, die zu ihren Artikeln führen, und können dabei gleichzeitig ihre Follower-Gemeinde auf Twitter erhöhen. Gut lachen haben Publisher, die bei ihren Social Media-Hausaufgaben fleißig waren: Sie gehören zur ersten Gruppe, die in Genuss der neuen Sichtbarkeit kommen. Doch auch für diejenigen, die jetzt noch schnell auf den Zug aufspringen wollen, ist noch alles drin: Sie dürfen sich bei Twitter melden und sich über Best Practices in einer Dokumentation schlau machen. Was vermutlich schon viele tun...

Facebook, der König unter den Social Networks, der sich immer mehr in Konkurrenz zu Twitter begibt, wenn es darum geht, mit neuen Ad Placements zu glänzen, durfte da  natürlich nicht viel Zeit ins Land gehen lassen. Schon einen Tag nach der großen Twitter-News zeigte sich Mark Zuckerberg in einem emotionalen Video in eigener Sache auf der neu formierten Site internet.org. Die Headline darüber verkündete: “Mark Zuckerberg aims to put the entire world online.” Genau: Gemeinsam mit ebenbürtigen Partnern wie Samsung, Ericsson, Qualcomm, Opera und Nokia will das kalifornische Unternehmen die gesamte Menschheit ins Netz bringen. Dabei geht es darum, mit günstigen Smartphones und Netzversorgung die fünf Milliarden Menschlein reinzuholen, die noch keinen Anschluss haben. Ein Vorhaben, das sich so eben mal nicht toppen lässt.  Zumindest nicht in dieser Woche.

Tumblr zum Beispiel muss seinen Weg, die Welt zu revolutionieren, erst noch finden: Seit der Übernahme von Yahoo im Mai hat die Blogging-Plattform noch nicht viel Neues vom Stapel gelassen. Und während die Vogue noch darüber diskutieren lässt, wie sexy eine Programmiererin eigentlich sein darf - und damit ist Yahoo-Chefin Marissa Mayer gemeint - kommt auf einmal IPG Mediabrands um die Ecke und verkündet, dass jetzt aber Schluss ist. Diese Hin- und Her-Faxerei von Media-Plänen gehört doch endgültig der megaaltmodischen Vergangenheit an. Das findet zumindest IPG-CEO Matt Seiler. Derzeit arbeitet die Agentur zusammen mit einigen TV- und Radio-Sendern daran, den automatisierten Werbeeinkauf auf die klassischen Medien zu übertragen. In sechs Monaten könnte es schon soweit sein. Mal sehen, was Facebook und Twitter sich dann einfallen lassen, um beim Tauziehen um die lukrativen TV-Werbebudgets gewichtig zu bleiben.

Aufreger der Woche: Twitter und Facebook wetteifern um den Lead

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