Wochenrückblick | | von Tobias Weidemann

Aufreger der Woche: Neuanfang bei Motorola und gute Laune bei Facebook

Man hatte wohl nicht damit rechnen können und doch kam es nicht ganz aus heiterem Himmel: Google hat seine Mobilfunksparte in Form von Motorola an Lenovo verkauft. Erst 2011 hatte das Internetunternehmen aus Mountain View den angeschlagenen Motorola-Konzern übernommen – für damals 12,5 Mrd. Dollar. Offenbar half selbst der damals eingeleitete rigide Sparkurs mit Entlassungen nichts. Heute bekommt Google für die Hardware-Sparte gerade einmal 2,91 Mrd. Dollar. Und doch könnte sich das Geschäft für Google gelohnt haben: Denn eine große Anzahl an Motorola-Patenten (damals taxiert mit 5,5 Mrd. Dollar) verbleibt bei Google und wird das Ökosystem rund um Android weiterbringen, so Larry Page in einem Blogeintrag. Für Lenovo ist der Deal in jedem Fall eine willkommene Möglichkeit, auf dem US-Markt Boden gut zu machen und auch in Europa seinen Marktanteil zu erhöhen. In Deutschland hatte das chinesische Unternehmen erst vor wenigen Wochen angekündigt, nun auch mit mobilen Geräten in die Geschäfte drängen zu wollen. Immerhin: Google kann sich's leisten. In der Nacht zum Freitag gab das Unternehmen seine Bilanz für das vierte Quartal 2013 bekannt: 16,9 Milliarden Dollar Umsatz, von denen 14,1 Mrd. Dollar auf das Geschäft mit Online-Werbung entfallen - das entspricht einer Steigerung von 17% und ist weit mehr als sich die Investoren erhofft hatten.

Zufrieden kann man auch bei Facebook sein. Auch wenn man dieser Tage immer öfter hört, das soziale Netzwerk sei bei Jugendlichen uncool und die kommunizierten eher per Whatsapp oder Snapchat, verdient das Zuckerberg-Imperium Geld – richtig viel Geld sogar. Dank steigender Werbeerlöse stieg der Umsatz im vierten Quartal 2013 um 63 Prozent auf 2,6 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn verachtfachte sich damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 523 Mio. Dollar. Erstmals nimmt der Konzern mit mobiler Werbung mehr ein als auf der klassischen Website und düpiert damit die Kritiker. 1,2 Mrd. Menschen haben inzwischen ein Facebook-Konto – und jeder Dritte nutzt es laut dem Unternehmen auch regelmäßig mit mobilen Geräten. Die Börse quittierte das mit einem Kurssprung auf 58 Dollar – Allzeithoch.

Die Diskussion in den sozialen Medien geprägt hat in dieser Woche außerdem das Exklusiv-Interview, das Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden dem NDR gab. Darin legte Snowden dar, es werde immer klarer, dass seine Enthüllungen dem öffentlichen Wohl dienten. Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf, zu erfahren, was die Regierung in ihrem Namen – und teils zu ihrem Schaden – tue. (das Interview im Volltext in deutscher und englischer Sprache). Der NDR wiederum zog sich den Zorn der Netzgemeinde zu, weil man das Interview erst nach 23 Uhr am Sonntag Abend  ausstrahlte und so eine Breitenwirkung verschenkt habe. Immerhin: Im Youtue-Channel der ARD wird das (sehenswerte!) Interview auch nach der üblichen Ein-Wochen-Frist noch abrufbar sein.

A propos „Facebook-Bashing“. Eine methodisch eher fragwürdige Studie zweier Princeton-Wissenschaftler (man beruft sich auf die Entwicklung der Suchergebniszahlen) bescheinigt Facebook den Niedergang: Bis 2017 sinke die Zahl der Facebook-Mitglieder um 80 Prozent, so die Voraussage. Facebook bewies Humor und konterte mit einer Gegenstudie mit gleicher Methodik. Man habe die verlässliche Erkenntnis, urteilte Datenexperte Mike Develin, dass Princeton selbst Gefahr laufe, vollständig zu verschwinden. 2021 dürfte es der Prognose nach keine Studenten mehr dort geben. Zudem sorge man sich um den Planeten Erde – denn auch die Zahl der Google-Treffer für den Suchbegriff „Luft“ sei seit Jahren rückläufig.

Aufreger der Woche: Neuanfang bei Motorola und gute Laune bei Facebook

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