Wochenrückblick: | | von Tobias Weidemann

Aufreger der Woche: Mega-Event und der große Kaufrausch

Richtig was los war diese Woche in San Francisco. CRM-Spezialist Salesforce hatte zur Dreamforce geladen, der wohl größten denkbaren Firmenveranstaltung mit 120.000 Besuchern. Neben der Keynote mit Salesforce-Chef Marc Benioff waren die Sessions mit Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg und Yahoo-Chefin Marissa Mayer einige der Highlights. Opulent war auch wieder die Dreamforce-Gala besetzt: Neben Green Day als Top-Act gab’s die 80er-Jahre-Pop-Ikone Blondie.Nicht nur deswegen war die Stimmung bei Salesforce und bei den Besuchern gut und absolut optimistisch. Kein Wunder, denn die Zahlen für E-Commerce stehen weiter auf Wachstum. LEAD digital hatte den Salesforce-Manager Mani Pirouz im Interview.

Unterdessen werden endlich die letzten Geheimnisse um die beiden neuen Spielekonsolen Microsoft Xbox One und Sony Playstation 4 gelüftet. Spannend ist hier vor allem, dass nach Berechnungen der Marktforscher von IHS die Produktionskosten von Sonys neuer Konsole tatsächlich immerhin 18 Dollar über den Kosten für Bauteile und Produktion liegen. Somit verdient Sony bereits mit der Hardware gutes Geld – und von den gemutmaßten Dumpingpreisen zur Erhöhung der Marktanteile kann zumindest in diesem Fall keine Rede sein. Auch bei Microsoft soll – das sagte uns bereits vor einigen Monaten Microsoft-Manager Oliver Kaltner im Interview – bereits mit der Hardware Geld verdient werden.

Ebenfalls kein Zuschussgeschäft dürfte die kommende Woche für viele Online-Shops werden. Da steht nämlich der inzwischen auch hierzulande populäre Black Friday auf dem Programm – der Tag, an dem viele Händler das Weihnachtsgeschäft eröffnen. So haben sich unter dem Label „Black Friday Sale“ mehrere Hundert Online-Shops, darunter Zalando, Saturn, Galeria Kaufhof, Cyberport, Body Shop und S.Oliver, zusammengeschlossen – nach Angabe der Initiatoren sind hier mehr als die Hälfte der 100 bundesweit führenden Online-Shops. 30 Millionen Umsatz peilt man an – und das geht vor allem auf Kosten der Händler vor Ort.

Beim Branchenriesen Amazon beginnt die „heiße Phase“ des Weihnachtsgeschäfts bereits am morgigen Samstag– in diesem Jahr gleich als „Cyber-Monday-Woche“. Vom 23. bis 30. November zwischen neun und 21 Uhr hält das Unternehmen dabei im Viertelstundentakt insgesamt 3500 Blitzangebote vor. Diese stehen maximal zwei Stunden bereit – oder solange der Warenvorrat reicht. Der Preis wird jeweils erst bei Aktionsstart bekannt gegeben. Im vergangenen Jahr hatte es bei Schnäppchenportalen und in den Social-Media-Kanälen harsche Kritik der Kunden gegeben, weil bei vielen Produkten der Warenbestand nur für wenige Minuten reichte und viele Interessenten leer ausgingen. Für Amazon könnte das Weihnachtsgeschäft allerdings noch zu einer besonderen Herausforderung werden: Die Gewerkschaft Verdi hat für die Adventszeit Streiks in den Amazon-Versandlagern Bad Hersfeld und Leipzig angekündigt. Ob der Online-Händler unter dieser Prämisse die vorweihnachtlichen Lieferfristen so knapp halten kann wie in den Vorjahren, bleibt abzuwarten.

In Großbritannien müssen sich Firmen in Zukunft nicht mehr mit der sperrigen Endung co.uk rumschlagen, sondern können bald die einfachere .uk-Endung beantragen. Die schlichtere Endung verkündete jetzt Registrar Nominet. Kritisiert wird im Netz allerdings, dass die alten Endungen, so nervig sie auch sein mögen, inzwischen so etabliert sind, dass es wohl einige Zeit dauern wird, bis sich die neuen Endungen durchsetzen, die im übrigen bereits Ende der 90er Jahre im Gespräch waren.

Wie viel sich in Zukunft für die Mitarbeiter der Scout-Gruppe ändert, ist dagegen noch unklar. Die Telekom will, unbestätigten Medienberichten zufolge, 70 Prozent an die US-Beteiligungsgesellschaft Hellman & Friedman verkaufen. Die Telekom hatte die Scout-Gruppe 2007 gekauft und Ende vergangenen Jahres angekündigt, das Unternehmen einer strategischen Prüfung zu unterziehen. Möglicherweise braucht die Telekom nun das Geld für den weiteren Ausbau der Netzinfrastruktur, um mit der Konkurrenz mithalten zu können.

Last not least: Trauriges gab es in dieser Woche auch zu berichten: Mit Dieter Hildebrandt starb am Mittwoch eine Medienpersönlichkeit, die zuletzt auch mit seinem Projekt Störsender.tv im Digitalen unterwegs war. Mit W&V sprach der Kabarettist im Frühjahr über sein Crowdfunding-Projekt. In Ausgabe 9/2013 vom 2. Mai dieses Jahres stellte sich Hildebrandt noch den Interview-Fragen von LEAD digital.

Aufreger der Woche: Mega-Event und der große Kaufrausch

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