Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Aufreger der Woche: Facebooks Video Ads und der Kampf gegen Snapchat

Es war eine wichtige Woche für Facebook. Erst hat das Unternehmen aus Menlo Park endlich die lang erwarteten Video Ads gelauncht. Die erste Video-Ad stammt vom Science Fiction-Film “Divergent”. Die Kosten für eine Ad pro Tag beträgt rund zwei Millionen Dollar pro Tag. Spannend ist nun abzuwarten, wie die User reagieren. Bisher kommt nur ein ausgewählter Kreis in Genuss der neuen Werbeform. Marketer raten zur Vorsicht bei der Dosierung der Bewegtbildwerbung: Die Ads, die selbständig automatisch abgespielt werden, dürften nicht zu häufig im Newsfeed der User auftauchen. Immerhin hat eine gemeinsame Studie von YuMe und IPG Media Lab herausgefunden, dass sich die Generation der Millennials, also der unter-30-Jährigen, besonders stark von Video-Werbung beeinflussen lassen.

Dass sich Facebooks Ad-Experimente von Ads im mobilen News Feed bereits ausgezahlt haben, zeigt, dass nun gut die Hälfte der Einkünfte des blauen Riesen aus mobilen Werbeformen stammen. Schließlich greifen auch immer mehr Menschen von ihrem Smartphone aus auf die Plattform zu: Zuletzt lag der Stand bei etwa einer halben Million Nutzer, die täglich über ihre Handys den News Feed abriefen. Das sind 50 Prozent mehr als im Herbst 2012.

Und während Yahoos Anteile am Display-Werbemarkt weiter dahin schmelzen - von 6,8 Prozent  im Jahr 2012 auf 5,8 Prozent in diesem - surft Facebook laut aktuellen Zahlen von Emarketer auch hier auf der Erfolgswelle: Zuckerbergs Imperium hat seinen Anteil von 5,9 auf 7,4 Prozent ausgebaut, und rangiert damit direkt hinter Werbe-König Google (39,9 Prozent). Diesen Platz hatte Yahoo - nun vierter nach Microsoft - jahrelang belegt. Auf Platz drei rangiert Microsoft, der Bing Places nun nach Deutschland zu bringt. Damit können Unternehmen ihr Online-Profil bei Bing erstellen und über die lokale Suche gefunden werden. Der Dienst ist mit den Kartenservices Bing Maps und Yahoo Maps verknüpft. Bei Konkurrenten Google sind die Places schon seit gut drei Jahren etabliert.

Dem Aktienkurs haben die guten Facebook-Nachrichten jedenfalls gut getan: Die Aktien lag zuletzt bei knapp 56 Dollar, nachdem es lange nach dem Börsengang im Mai 2012 (Ausgabekurs: 38 Dollar) erst mal bergab ging. Zeit für Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg sich von Aktien im Wert von 2,3 Milliarden US-Dollar zu trennen. Zuckerberg verringert damit seine Anteile am Unternehmen von fast 30 auf knapp 23 Prozent.

Einziger Wermutstropfen für das Unternehmen ist die aufkeimende Beliebtheit trendiger Messenger wie Whatsapp und vor allem Snapchat, das Nachrichten, Bilder und Videos nach dem Abruf des Empfängers verschwinden lässt. Gerade Jüngere nutzen diese Dienste. Facebook will mit der App Instagram Direct nun gegen die Messenger-Apps ankämpfen. Denn am Ende kann Zuckerberg, der nach dem Aktienverkauf noch 62,8 Prozent der Stimmrechte kontrolliert, sein Unternehmen nur dann zukunftsfähig machen, wenn er die Jungen für sich gewinnt.

Aufreger der Woche: Facebooks Video Ads und der Kampf gegen Snapchat

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