Sexuelle Beslästigung im Web | | von Franziska Mozart

"Ariane Friedrich wird zumindest auf Facebook keine derartigen Nachrichten mehr bekommen"

Die Hochspringerin Ariane Friedrich wehrt sich über Facebook gegen sexuelle Belästigung und erhält dafür nicht nur Unterstützung, sondern auch teils harsche Kritik. Aus Sicht des Opferverbandes Weisser Ring aber ist ihr Vorgehen eine verständliche Reaktion.

Die Sportlerin erhielt eine anzügliche Facebook-Mail mit dem Foto eines Geschlechtsteils und postete daraufhin den Namen und Wohnort des in dem entsprechenden Profil genannten Absenders auf ihrer Facebook-Seite. Viele Fans befürworten ihr Vorgehen, einige äußern aber auch Bedenken. Denn schließlich kann ein Facebook-Name auch gefälscht sein. Friedrich könnte also theoretisch auch den Falschen denunziert haben. Außerdem könnte es mehrere Personen desselben Namens geben. "Die großen Verlierer sind dann alle Männer, die den gleichen Namen tragen", sagt Veit Schiemann, Pressesprecher des Weissen Rings. Rechtlich hält auch er das Vorgehen der Hochspringerin für schwierig. Auf der anderen Seite habe sie eindeutig klargemacht, dass sie sich nicht zum Opfer solcher Mails machen lasse. "Frau Friedrich wird sicher zumindest auf Facebook keine derartigen Nachrichten mehr bekommen", so Schiemann.

Der Strafrechtsanwalt Udo Vetter zeigt sich in seinem Lawblog besorgt über Friedrichs Umgang mit den Persönlichkeitsrechten des Beschuldigten und über ihren Umgang mit Datenschutz. Besonders weil die Leistungssportlerin eine Ausbildung zur Polizeikommissarin absolviert hat, ist sie mit ihrem Vorgehen in die Kritik geraten. "Aus meiner Sicht beweist das alles nur, dass Friedrich in der Polizeischule nicht richtig aufgepasst hat", schreibt Vetter.

Die Hochspringerin regierte inzwischen auf die Diskussion und erklärte, es gebe einfach einen Punkt an dem Schluss sei. Sie werde zusätzlich Anzeigen erstatten. "Ich bin allerdings nicht mehr bereit, mich doppelt zum Opfer zu machen und stets zu schweigen." Denn nach ihren Angaben ist es nicht die erste Mail dieser Art, wenngleich sie von dem nun veröffentlichen Absender vorher noch keine Nachrichten erhalten hatte. Sie ist überzeugt: "Ich habe mich weder mit der Veröffentlichung seines Namens strafbar gemacht, noch versucht Ihm Unrecht anzutun."

"Ariane Friedrich wird zumindest auf Facebook keine derartigen Nachrichten mehr bekommen"

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