Apps, Daten und Vertrauen
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Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Apps, Daten und Vertrauen

Die Dating-App Tinder kennt inzwischen  jeder. Dass Tinder es aber sogar in ein Youtube-Format geschafft hat, wissen die wenigsten. Mit "Frank will nicht mit dir schlafen, er will dir nur hilfreiche Fitness-Tipps geben!" macht die amerikanische Komikerin Lane Moore die Dating-App zur Comedy-Show und witzelt über die skurrilen Persönlichkeiten, die sich dort vorstellen. Ob neue Apps wie Wishbone oder Musical.ly auch das Potenzial für eine Youtube-Show haben? 

Haben Sie überhaupt schon von den beiden Apps gehört? Wenn Sie Ü30 sind, vermutlich nicht. Denn diese Social-Media-Apps sind Spielzeuge für Hipsters, Early Adopters und U20 (die noch Zeit haben, nachmittags kreativ zu sein statt pseudokreative Präsentationen auszuarbeiten). Doch gerade Marketer müssen ja ihrer Zielgruppe folgen und dürfen die Trends nicht verpassen. Andreas Peters von der Kölner Agentur Jungmut hat jetzt die angesagten Dienste unter die Lupe genommen. Die schlechte Nachricht: Die Landschaft, wo man als Marke präsent sein sollte, zersplittert sich mit neuen Apps immer weiter. Das bedeutet mehr Aufwand beim Beobachten und Erstellen von Inhalten. Es bedeutet aber auch - und das ist die gute Nachricht – dass die Zielgruppen spitzer werden.

Vorausgesetzt natürlich, dass das Interesse der Marketer an der Zielgruppe nicht mit dem Datenschutz kollidiert. Häufig ist ja unklar, welche App welche Daten sammelt und wofür verwendet. Und auch wenn man kurzfristig glaubt, dass mehr Daten besseres Marketing ermöglichen, so darf man doch nicht vergessen, dass die Menschen nicht getrackt werden wollen. Verbraucherschutzminister Heiko Maas will nun Standards für Apps vereinbaren, die mehr Klarheit über den Datenfluss bringen. Warum nicht sogar Datenschutz zum Geschäftsmodell machen, fragt Robert Thielicke, Chefredakteur von Technology Review.

Immer noch ein sicheres Pflaster, um seine Werbekunden zu erreichen, ist TV. Nicht umsonst geben Amazon, Otto oder Trivago Millionen von Euro aus, um in den Fernseh-Werbepausen gesehen zu werden. Auch wenn sich die Branche bessere Daten und eine bessere Aussteuerung der TV-Werbung an ihre Zielgruppe wünscht - Stichwort Programmatic.

A propos Daten: Die AGOF-Zahlen für Januar liegen vor (nun ja, nicht gerade Echtzeit…). Demnach sind die beliebtesten Apps

  1. Wetter. com (4,54 Mio. Unique User)
  2. Web. de (4,50 Mio. Unique User)
  3. Shazam (4,47 Mio. Unique User)
  4. Gmx (3,88 Mio. Unique User)
  5. Mobile. de (3,04 Mio, Unique User)
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