Yvonne Göpferts Ausblick lautet: Chat Bots fürs Marketing werden 2017 ihren Durchbruch erleben.
Yvonne Göpferts Ausblick lautet: Chat Bots fürs Marketing werden 2017 ihren Durchbruch erleben. © Foto: Yvonne Göpfert

Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Amazon Echo, Chat Bots und das Geheimnis menschlichen Verhaltens

Diese Woche gibt es keinen Wochenrückblick im eigentlichen Sinne. Es ist eher ein kleiner Rückblick und ein bisschen Ausblick geworden: Einer der großen Trendsetter 2016 war Amazon. Seine großen Heldentaten: der Launch des Dash-Buttons und der Start von Amazon Echo.

Der Dash-Button macht seit April das Einkaufen von Nachfüll-Produkten leichter, der intelligente Lautsprecher Amazon Echo erfreut seit Oktober deutsche Haushalte mit allerlei kleinen Hilfsdiensten. Während der Dash-Button wohl einfach nur den Umsatz steigern soll, ist Amazon Echo ein wunderbares Mittel, um das Kundenverhalten zu analysieren. Und nebenbei noch ein bisschen mehr über jeden Kunden zu erfahren, beispielsweise wann er morgens aufsteht, welche Probleme ihn drücken – Stichwort Terminkalender -, welche Musik er hört und so weiter.

Die Musik ist übrigens der große Köder, mit dem Echo es schaffen könnte, in fast alle deutschen Amazon-Kunden-Haushalte einzuziehen. Das sind derzeit rund 44 Millionen Kunden und 17 Millionen Prime-Kunden. Denn strikt nach Amazon-Manier denkt der US-Anbieter in Services. Zum Beispiel dem Service, Menschen mit ihrer Lieblingsmusik zu versorgen. Musik hören die Menschen nun mal gern. Und so überrascht es wenig, dass Musik der Kern-Service von Amazon Echo ist - mit ein wenig Verkaufen und Smart Home drum herum.

Kleiner unbedeutender Nebenaspekt: Amazon Music wird sehr vom Launch von  Amazon Echo profitieren - wenn Musik abspielen eine der größten Tugenden von Amazon Echo ist. Und es ist sicher eine Frage der Zeit, bis der Online-Händler auch in Smart Home investiert. Was kann man daraus lernen? Dass Daten sammeln das Geschäft weiter vorantreibt. Damit man gute Daten bekommt, muss man brauchbare Services anbieten. Von Amazon lernen heißt: Daten sammeln lernen.

Übrigens: Amazons smarte Lautsprecher Echo mit der Spracherkennung Alexa waren für Amazon der Top Verkaufsschlager 2016. Echo wurde so oft bestellt, dass Amazon nach eigenen Angaben Mühe hatte, mit der Produktion nachzukommen.

Auf dem Smartphone dagegen ist Facebook immer noch am beliebtesten. Platz 2 belegt der Facebook Messenger, dahinter Youtube und Google Maps, wie die Marktforscher von Nielsen ermittelt haben. Die Dienste zeigen: Der Mensch will soziale Kontakte pflegen, sich unterhalten lassen und schnell von A nach B kommen – vermutlich um - abseits von Facebook - soziale Kontakte zu pflegen und sich zu unterhalten. Wer nun Daten für sein Unternehmen sammeln will, um bessere Produkte und mehr Service anzubieten, sollte diese drei Bedürfnisse im Auge haben legen, und eine App konzipieren, die genau darauf einzahlt.

Chat Bots gehen in diese Richtung. Für 2017 erwarten wir ein großes Wachstum von Apps, die ihren Mehrwert mit Hilfe eines Chat Bots beweisen. Ein guter Anwärter könnte der Growth Bot des CRM-Anbieters Hubspot sein. Er kann Influencer im Web zu bestimmten Themen finden und analysieren, welche Keywords der Wettbewerb nutzt oder helfen, Blogposts zu schreiben. Kurz: nützliche, aber zugleich nervige Hilfsarbeiten verrichten. Damit mehr Zeit für andere Dinge im Büro bleibt, zum Beispiel soziale Kontakte pflegen. Oder Musik hören.

Amazon Echo, Chat Bots und das Geheimnis menschlichen Verhaltens

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