Irmela Schwab, Autorin bei LEAD digital, blickt auf die Woche zurück.
Irmela Schwab, Autorin bei LEAD digital, blickt auf die Woche zurück. © Foto:privat

Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

AI plus Trump: Die großen Buzzwords beim DLD

Die zwei großen Buzzwords der Woche sind auch die des Jahres 2017: Auf dem DLD 2017 von Hubert Burda Media kamen Anfang der Woche Vordenker bis Querdenker in der Alten Bayerischen Staatsbank in München zusammen. Und es gab wohl kaum eine Diskussionsrunde, bei der ein Begriff nicht mindestens einmal fiel: Künstliche Intelligenz oder Artificial Intelligence. Kurz, und auch ein bisschen liebevoll "AI".

Wie AI die Suche revolutioniert, das Werbebotschaften smart aussehen lässt, wie AI den Alltag schmeißt, ja die gesamte Menschheit auf den Kopf stellt. AI hin, AI her. "Wir integrieren AI in ganz vielen unserer Produkte", sagte Microsoft-CEO Satya Nadella im Gespräch über "Responsive and Responsible AI Leadership".

AI habe es geschafft, wie der Chef-Informatiker erklärte, die Cloud bei Microsoft vom Platz eins zu verdrängen: AI kommt bei der Skype-Übersetzung, wodurch Kommunikation in Echtzeit stattfinden kann. Oder bei der Hololens-Brille, die über Augmented Reality eine Mischwelt aus physischer und erweiterter Realität kreiert, oder Cortana: Die Sprachassistentin hilft dem einzelnen dabei, mehr zu erledigen als er es alleine vermag. Ist das nicht fantastisch?

Beim Panel "Fixing Education in the AI Age" geriet Rose Luckin, Erziehungswissenschaftlerin am University College London, ganz in Verzückung beim Gedanken darüber, wie AI künftig Licht in "die Blackbox des Unterrichts" bringt. So wie das Lernsystem ist, kann es nicht weiter gehen. Heute, da kann man lügen und betrügen, fälschen, und seinen Abschluss kaufen. Igitt. Mal abgesehen davon, dass man wenig lernt, da nicht auf persönliche Fähigkeiten eingegangen wird.

AI kann all das. Doch eines - und das führte die Diskussion um "AI & Ethics" - plötzlich vor Augen: AI macht genau, was man ihm/ihr sagt. Ist es besser, einen Menschen zu töten, wenn man dadurch fünf andere retten kann? Solche brisanten moralischen Fragen kommen gerade auch beim Autonomen Fahren ins Spiel. Das MIT Media Lab hat mit dem Projekt "Moral Machine" die bisher wohl umfangreichste Befragung zum Thema durchgeführt. Rund 22 Millionen Menschen von gut 160 Ländern haben sich daran beteiligt. Damit wollen die Initiatoren herausfinden, wie unterschiedlich verschiedene Kulturen brenzlige Fragestellungen beantworten, was mögliche redundante Aspekte dabei sind und wie Regierung, Industrie und Bevölkerung jeweils urteilen.

Beim Stichwort Moral, aber längst nicht nur da, fiel spätestens der Name Donald Trump. Zwar kann man vom künftigen Präsidenten nicht als ein Buzzword sprechen - doch nach zweieinhalb Tagen DLD lag Trump irgendwie gleichauf mit Begriffen wie AI und Big Data. Alles irgendwie eins, ein Teil eines großen Plans. Schließlich soll Trump die Wahl maßgeblich gewonnen haben, weil er mit seinem Wahlkampfteam seine Botschaften auf einzelne, individuelle Bedürfnisse seiner Users zugeschnitten hat. "Lessons learned form the US Elections - how to reinvent Journalism" war daher sicherlich das hitzigste Panel beim DLD: Die Fake News rund um den Wahlkampf haben auch die Glaubwürdigkeit der Medien in Mitleidenschaft gezogen. Für Journalisten Jochen Wegner (Zeit Online), Kara Swisher (Recode) und Jeff Jarvis (Buzzmachine) eine bittere Pille. 

Und was lernen wir daraus? Etwas, das auch fürs Marketing Brisanz hat. Erstens: Fake News sind leider oft interessanter und entertainiger als echte Geschichten, daher verbreiten sie sich auch rasant weiter. Zweitens: Einem exzellenter Geschichten-Erzähler kann man sich nicht entziehen. Mit "Make America great again" hat Trump die Menschen zum Träumen angeregt, so schilderte es Recode-Gründerin Swisher. Selbst polarisierende Parolen verströmten eine Magie, der man sich kaum entziehen kann. AI hätte es wohl kaum besser gekonnt.

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