Seosupport | | von Annette Mattgey

SEO braucht gutes Webdesign

Guter Content sollte nicht an schlechtes Design verschwendet werden, meint Vincent Sünderhauf, Geschäftsführer der Berliner SEO-Agentur Seosupport. Mit einer gut gestalteten Website kommt man nicht nur den Google-Anforderungen nach Nutzerfreundlichkeit entgegen, sondern tut gleichzeitig etwas für seine Markenreputation, Vertrauensbildung und Kundenbindung.

Webdesign rückt auch für SEOs in den Vordergrund

SEOs und Grafiker arbeiten oftmals alles andere als Hand in Hand zusammen. Dabei gibt es gute Gründe, warum aus SEO-Sicht auf ein gutes Webdesign nicht verzichtet werden darf. Ganz im Sinne der neuen Google-Marschrichtung, wonach der User mit seinen Wünschen noch weiter in den Fokus rückt, geht es auch hier um gesteigerte Nutzerfreundlichkeit – und damit tatsächlich, wie von Google beabsichtigt, um einen höheren und vor allem "natürlichen" Traffic.

Dass sich einige Website-Betreiber und deren SEOs ganz offensichtlich nicht besonders um die Optik ihrer Seite kümmern, ist nicht verständlich, zumal es hier um eine der elementarsten Dinge eines Online-Auftritts geht: die Präsentation in der Öffentlichkeit. Dieses gilt seit den jüngsten Google-Richtlinien umso mehr. Beim Web-Auftritt geht es um nicht weniger als:

Markenreputation, Vertrauensbildung und Kundenbindung

Der User (im Bereich der Markenreputation ist er in der Regel ein Kunde) sucht natürlich auch im Internet nach Anhaltspunkten, um zu entscheiden, ob sein Gegenüber, also das Unternehmen mit seiner Website, vertrauenswürdig ist. Dieses geschieht oftmals eher unbewusst. Wie auch beim Geschäft vor Ort möchte der Kunde wissen: Bekomme ich hier wirklich das, was mir versprochen wird? Sind die Preise angemessen oder zu hoch? Wie verhält sich der Verkäufer im Falle einer Reklamation? Ist der Shop-Betreiber womöglich nur auf den "schnellen Euro" aus oder möchte er mit solider Arbeit sich auf dem Markt behaupten?

Vertrauen ist eine persönliche Sache und dieses kann mit dem Erscheinungsbild aufgebaut oder zerstört werden, ganz wie in anderen Lebensbereichen auch. Ein liebloses oder schlecht durchdachtes Design ist auch für Websites nicht sehr hilfreich und kann trotz womöglich steigender Besucherzahlen zu schlechten Verkaufszahlen führen. Ein ansprechendes und gut durchdachtes Design kann allerdings eines erreichen, nämlich:

Steigerung der Konversionsrate

Dieses gilt für Webshops, aber natürlich auch für Dienstleister. Eine gute SEO-Arbeit sorgt zunächst einmal für gute Besuchszahlen, doch das eigentliche Ziel sind selbstverständlich die Abschlüsse, die durch die Seite zustande kommen. Was nützen also viele Besucher, wenn es unter dem Strich nur zu wenigen Verkäufen oder Buchungen kommt? Der User muss auf der Website gehalten werden und dafür ist ein gutes Webdesign unerlässlich. Hier muss allerdings die Branche des Unternehmens berücksichtigt werden. Während ein ansprechendes Design für einen Anbieter aus der Kreativwirtschaft unerlässlich ist, sind die generellen Ansprüche in z.B. technischen Bereichen eher niedriger. User, die in ihrem Arbeitsumfeld viel mit Ästhetik zu tun haben, legen in aller Regel auch ganz allgemein großen Wert auf die Darstellung. Warum sollte der Webauftritt eine Ausnahme sein?

Dass eine gute SEO-Arbeit ohne gute Textarbeit kaum noch möglich ist, hat sich bereits herumgesprochen. In die Textarbeit wird inzwischen vergleichsweise viel investiert. Zum Teil greifen SEOs auf professionelle Schreiber zurück, was nicht nur Vorteile für die Qualität hat, sondern auch für die Quantität. Hier muss man zwangsläufig zu der Erkenntnis kommen:

Guter Content sollte nicht an schlechtes Design verschwendet werden

Gerade wenn in Textarbeit investiert wurde, ist es zu kurz gedacht, den guten Content, den man (hoffentlich) bekommen hat, mit einem schlechten (oder auch keinem) Design zu versehen. Es bietet sich an, den eingeschlagenen Weg, nämlich Content wirklich für die User und nicht ausschließlich für Google bereitzustellen, auch konsequent fortzuführen. Der eigenen "Basis-SEO-Arbeit" darf man ruhig vertrauen und darauf setzen, dass nach getaner Arbeit auch tatsächlich mehr Besucher auf die Website finden. Den nächsten – folgerichtigen – Schritt sollte man nun auch gehen, nämlich den Besucher zu halten und zu einem Abschluss zu führen. Natürlich spielt hier auch das Design eine Rolle. Kaum jemand setzt schließlich auf SEO-Arbeit und vernachlässigt dann zum Beispiel das Shopsystem oder die Seitenstruktur. Beim Design aufzuhören, macht also keinen Sinn. Zumal:

Tablets und Smartphones werden immer wichtiger

Und diese Geräte sind auf optische Reize ausgelegt, was letztlich dazu führt, dass auch die "herkömmlichen" Online-Shops nicht hinterherhinken dürfen. Apps für iPad und Co. sind darauf ausgelegt, dass sie vom User intuitiv bedient werden können. Hier spielen Emotionen auch eine Rolle, was für den E-Commerce natürlich ein wichtiger Aspekt ist. Der Käufer trifft eine Kaufentscheidung viel emotionaler, spontaner und kurzfristiger, zumal davon ausgegangen wird, dass die Geräte derzeit deutlich häufiger in der Freizeit genutzt werden als während der Arbeitszeit. Der User ist demnach entspannter und gibt sich optischen Einflüssen viel eher hin. Folglich setzt er sich mit dem Erscheinungsbild auch eher auseinander und nimmt einen schlechten optischen Eindruck eher war.

Das Online-Surfen mit Tablets und Smartphones ist inzwischen so weit verbreitet, dass viele User dieses mit dem "klassischen" Surfen vergleichen – was auch hier nicht zwangsläufig bewusst geschehen muss. Hat der User nun bei einem herkömmlichen Shop den Eindruck, dass der aktuelle Trend (nämlich das intuitive Surfen und Online-Shopping mit ansprechendem Design) verschlafen wurde, sorgt dieses nicht nur für Ernüchterung, sondern mitunter für Verärgerung. Ein Kauf- oder Buchungsabschluss kommt dann sicherlich nicht mehr zustande. Eine früher gängige Einstellung unter SEOs darf also nicht mehr stimmen:

"Wir machen kein Webdesign, wir machen SEO!"

Nein, natürlich liegt der Schwerpunkt bei der Suchmaschinenoptimierung nach wie vor woanders, doch hat man den Erfolg des Projekts im Blick, kann die Beschäftigung mit Webdesign nicht ausbleiben –wie auch immer dieses letztendlich aussehen mag. Nach dem Sich-Einlassen mit Textern bleibt der SEO-Branche also kaum noch etwas anderes übrig, als sich nun auch verstärkt mit Grafikern einzulassen.

Vincent Sünderhauf ist Mitgründer verschiedener Unternehmen, darunter Seosupport, Sandia eCommerce und Vadis Science & Business Media. Er ist Experte in den Bereichen E-Commerce, Online-Marketing, Software Development und Unternehmensberatung. Vincent Sünderhauf hält Vorträge für zahlreiche Organisationen und Unternehmen und gilt als einer der Pioniere im Bereich E-Sales-Lösungen für mittelständische Unternehmen.

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