Urheberrecht | | von Annette Mattgey

Google stuft Websites mit nichtlizenzierten Inhalten nach unten

Die Suchmaschine Google ändert ihren Algorithmus und straft demnächst Websites ab, die zu viele Beschwerden von Rechteinhabern auf sich gezogen haben. Sie sollen künftig in der Reihenfolge der Suchergebnisse zurückgestuft werden. “Seiten mit einer hohen Zahl an Löschanträgen werden nach unten verbannt", schreibt das Unternehmen in seinem Blog. Damit beugt sich Google immer mehr den Interessen der Verlage und der Musikindustrie. Google selbst begründet den Schritt damit, "dass es den Usern helfen soll, rechtmäßige Quellen mit hochwertigen Inhalten leichter zu finden - sei es ein Lied auf der Website von NPR, eine TV-Show bei Hulu oder ein Musikstream bei Spotify". In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der Rechteverstöße zu, gesteht Google selbst ein. “Wir erhalten und verarbeiten heute täglich mehr Löschanfragen, als im gesamten Jahr 2009 gestellt wurden.” Allein in den vergangenen 30 Tagen seien es 4,3 Millionen URLs gewesen, erklärt Amit Singhal, Senior Vice President Google Engineering, der den Blogbeitrag verfasst hat.

Auf Zustimmung stößt Googles Vorgehen bei den Rechteeinhabern: “Google hat heute eine möglicherweise bedeutende Änderung seines Such-Rankings vorgestellt”, sagte Cary Sherman, CEO der Recording Industry Association of America (RIAA). “Diese Änderung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung – ein Schritt, den wir schon lange gefordert haben – und wir loben das Unternehmen für sein Vorgehen.” Die Lobbygruppe Public Knowledge, die sich für ein offenes Internet einsetzt, warnt hingegen vor einem Missbrauch. “Aus geschäftlicher Sicht mag es sinnvoll sein, außerordentliche Maßnahmen einzuleiten, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen, um den eigenen Medienpartnern zu helfen”, sagte John Bergmayer, leitender Anwalt bei Public Knowledge. Er befürchtet, dass betroffene Websites nicht über eine Rückstufung informiert werden. Außerdem könne Googles System unter Umständen von Website-Betreibern mit bösen Absichten missbraucht werden, um den eigenen Rivalen zu schaden.

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