Leistungsschutzrecht | | von Annette Mattgey

Google profitiert kaum von Verlagsinhalten

Viel Streit, wenig dahinter: Während sich Verlage oft als von Google ausgebeutete Inhalte-Anbieter gerieren, verdient der Suchmaschinen-Anbieter auf ganz anderen Gebieten sein Geld. Und zwar vor allem mit Schlagworten aus dem E-Commerce. Die im Internet veröffentlichten Inhalte von Medienverlagen machen dagegen nur 7,5 Prozent aller Einträge in den Suchergebnissen von Google aus. "Der Anteil an Presseverlegern in der Google.de Websuche ist also überschaubar", so die Studie der Hamburger Unternehmensberatung TRG - The Reach Group, die sie zusammen mit dem Analyse-Anbieter Sistrix durchgeführt hat.

Damit schaltet sich TRG in die Diskussion um das Leistungsschutzrecht ein. Es soll künftig Presseerzeugnisse vor einer freien gewerblichen Nutzung im Internet schützen. Die Regierungskoalition hat dazu im Rahmen der Reform des Urheberrechts mehrere  Referentenentwürfe vorgelegt. Besonders die Verlegerverbände dringen darauf, das Leistungsschutzrecht noch in dieser Legislaturperiode einzuführen.

Für die Untersuchung wählte TRG den Juli 2012 als Basis und analysierte mehr als 15 Millionen der häufigsten, unterschiedlichen Suchanfragen, die Sistrix für seine Toolbox wöchentlich auf Google.de erhebt. Da pro Suchphrase 100 Suchtreffer ausgewertet wurden, ergeben sich somit mehr als 1,5 Mrd. Suchtreffer, aus denen die Zahlen gezogen wurden. Als Verlagsinhalte wurden die Webseiten von rund 1200 Internet-Anbieter eingestuft, die bei Google News berücksichtigt sind - mit Ausnahme von einigen medienfremden Themenportalen mit eigenen redaktionellen Inhalten wie myvideo.de oder Idealo.de. "Nehmen wir fünf dieser eindeutigen Nicht-Presse-Domains aus der Betrachtung, landen alle restlichen Presseverleger nur auf 7,5 Prozent der betrachteten Suchtreffer." 

Lässt man das unberücksichtigt und bezieht alle 1.200 Google News-Verleger ein, so zeigt sich: 10,6 Prozent aller 1,5 Mrd. Suchtreffer führen zu einer Domain der Google News-Anbieter. Im Umkehrschluss: 89,4 Prozent aller Suchergebnisse auf Google.de gehören nicht zu einer Domain, die auch auf Google News zu finden ist. Zum Großteil macht Google seine Umsätze mit dem Angebot Adwords - entweder auf den eigenen Suchergebnisseiten oder den über AdSense angedockten Websites. Darunter natürlich auch einige Verlage, die auf diese Weise über Google Geld verdienen.

Google vermarktet nach den Ergebnissen der Studie 55,6 Prozent der untersuchten Suchbegriffe mithilfe von Adwords. Beliebte und damit teure Suchphrasen sind etwa "Stromvergleich", "Kredite" oder "billig fliegen". Typische Presse-Wörtern wie "USA Wahlkampf", "Olympia 2012" oder "Euro Rettung" ziehen weniger. Die meisten Presseverleger sind eher bei den Suchphrasen zu finden, die einen informativen Charakter haben und keinen transaktionalen. Hier werden hauptsächlich E-Commerce Anbieter gelistet.

  

Google profitiert kaum von Verlagsinhalten

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(3) Leserkommentare

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht