Strategie | | von Annette Mattgey

Die tückischsten Fallen beim Inhouse-SEO

Die Komplexität von SEO bietet viele Stolperfallen, in die ein Mitarbeiter tappen kann, der die Suchmaschinenoptimierung (SEO) innerhalb eines Unternehmens betreut. Was man dabei tunlichst meiden sollte, erklären einige der Experten für Suchmaschinenmarketing und -optimierung, die als Referenten bei der Messe SEMSEO des Veranstalters Abakus Internet Marketing sprechen werden.

Planung   

Eine Stolperfalle für Inhouse-SEOs ist die strategische Planung von SEO-Projekten, weiß Nils Dreyer, Gründer und Geschäftsführer der Textprovider. „Meist wird am Anfang von SEO-Projekten zu wenig Zeit darauf verwendet, die Ziele möglichst konkret zu definieren. Das erschwert später die Bewertung und macht eine Erfolgskontrolle quasi unmöglich. Gerade bei heiß diskutierten Trendthemen – wie aktuell auch Content-Marketing – wird oft planlos agiert.“ Sein Tipp: Auf Ad-hoc-Projekte verzichten. Besser ist es, Strategien mit einem Zeithorizont von mindestens zwölf Monaten zu planen inklusive Monatsbudgets.

Fachaustausch   

„Das grundlegende Problem eines Inhouse-SEOs liegt oft darin, dass man – anders als bei einer Agentur – eben nicht Zugriff auf zig Websites und deren Optimierungsmaßnahmen und Daten hat. So lässt sich kein Wissen von einem Projekt zum anderen transferieren, das einem zum Beispiel bei Google-Updates, Penalties oder allgemeinen strategischen Fragen helfen könnte“, erklärt Markus Hövener, Geschäftsführender Gesellschafter der Bloofusion. Höveners Rat: Einschlägige Blogs, Fachmagazine, Onlineforen oder regionale Stammtische sind gute Möglichkeiten, um auf dem Laufenden zu bleiben und sein Wissen weiter auszubauen. „Um über den eigenen Tellerrand zu schauen und Markt-Erkenntnisse zu bekommen, kann auch der Austausch mit Agenturen oder SEO-Experten im Rahmen von Consulting-Leistungen sinnvoll sein“, empfiehlt Markus Kellermann, Geschäftsführer von MK:NETmedien.

Interne Unterstützung   

„Inhouse-SEOs müssen sich auch intern gegenüber den verschiedenen Stakeholdern im Unternehmen behaupten, wie dem klassischen Marketing, der PR und IT, aber auch der Geschäftsführung. SEO als interdisziplinäres Thema bedarf der Unterstützung des gesamten Unternehmens. Ohne diese scheitern viele SEO-Projekte“, weiß Filip Grizelj, Geschäftsführer der Eviom. Sein Tipp: Der Inhouse-SEO sollte sich auch immer als Schnittstelle verstehen und die Kommunikation mit den verschiedenen Parteien pflegen.

Kommunikationsfluss   

Um den Kommunikationsfluss für SEO-Projekte zwischen den verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens optimal zu gestalten, rät Jens Fauldrath, Geschäftsführender Gesellschafter der takevalue Consulting, zu einem Projektmanager: „Oft werden SEO-Spezialisten gesucht. Dabei wird jedoch übersehen, dass man in erster Linie einen guten Projektmanager benötigt, um die Komplexität des Themas zu beherrschen und die notwendigen Maßnahmen unternehmensintern umzusetzen. Fachexpertise kann notfalls extern hinzugezogen werden.“

Einblick in SEO-Tools   

SEO-Tools sind hilfreich, aber nur, wenn man sie zu bedienen und die Werte zu interpretieren weiß, bemerkt Georg Matzat,  Head of SEO bei der Booming: „Eine häufige Stolperfalle, besonders für kleine Shops oder Unternehmen, ist das blinde Verlassen auf SEO-Tools, deren Metriken man nicht 100-prozentig versteht oder hinterfragt. Außerdem haben Inhouse-SEOs im Gegensatz zu Agenturen keinen Überblick darüber, ob Sichtbarkeitsänderungen, Abstrafungen oder Rankingverluste auch andere Websites betreffen oder ob nur ein akutes Problem auf der eigenen Seite besteht.“

Budget für SEO-Tools   

Die Stolperfalle SEO-Tools ist auch noch in anderer Hinsicht gegeben, erklärt Prof. Mario Fischer, Hochschulprofessor und Chefredakteur des Fachmagazins Website Boosting. „Unternehmen, die ihr SEO inhouse betreuen lassen, sparen meiner Erfahrung nach bei den SEO-Tools – und damit an der völlig falschen Stelle. Online-Marketing- und SEO-Agenturen hingegen haben in der Regel mehr finanzielle Möglichkeiten, mehrere professionelle Tools für die Suchmaschinenoptimierung einzusetzen.“

Rechtssicherheit   

Rechtsanwalt Thorsten Graf kennt die rechtlichen Unsicherheiten, die die Suchmaschinenoptimierung mit sich bringt: „Bei der Suchmaschinenoptimierung sind immer auch Fragen des Wettbewerbs- und Markenrechts relevant. Dürfen fremde Markennamen für die Suchmaschinenoptimierung eingesetzt werden? Wie müssen Widerrufsbelehrung, AGB, Impressum, Datenschutzerklärung aussehen? Wann greift das Urheberrecht, zum Beispiel bei der Verwendung fremder Texte?“ Seine Empfehlung: Rechtsfragen und Texte von einem Experten überprüfen lassen, um unnötige Abmahnungen zu vermeiden.

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