App-Marketing | | von Annette Mattgey

Wie Re-Targeting und Re-Engagement Apps unterstützen

So wie die Zahl der Follower bei Facebook nicht entscheidend für den Marketingerfolg ist, ist es auch nicht die Zahl der App-Downloads. "Früher wurde die Zahl der Downloads mit dem Absatz oder der Gewinnung engagierter Nutzer gleichgesetzt", erklärt Christian Henschel, CEO und Mitbegründer von Adjust, das sich erst kürzlich von seinem ursprünglichen Namen Adeven getrennt hat. "Heute haben die klugen Köpfe in der Industrie begriffen, dass Apps häufig nach dem Herunterladen nicht benutzt werden. Sie werden nicht wieder geöffnet oder schon bald vom Gerät des Nutzers gelöscht", so Henschel.

Weil die CPI (Installationskosten) weiter steigen, suchen Anbieter und Betreiber nach besseren Wegen, um den Wert der App-Nutzer zu steigern und ihre Nutzungshäufigkeit zu erhöhen. Marketingexperten für mobile Anwendungen brauchen Tracking-Daten über die App-Bindung der Nutzer, um ihre Post-Akquisitions-Strategien besser ausrichten zu können und somit für mehr Transparenz und einen höhere ROI (Return-On-Investment) zu sorgen.
Henschel will mit seiner Software-Lösung genau hier ansetzen und hat sich auf Re-Engagement und Re-Targeting spezialisiert. "Re-Engagement und Re-Targeting sind beliebte Begriffe aus dem digitalen Marketing, die häufig unwissentlich vertauscht werden, wenn es um Apps geht. Beides sind Möglichkeiten, einen Nutzer zurückzugewinnen, der bereits Interesse an einer App gezeigt hat", definiert Henschel.

Beim Re-Engagement gehe es darum, alle Nutzer einer App wieder auf diese aufmerksam zu machen, während es beim Re-Targeting darum geht, spezifische, individuelle Benutzer über ihre Geräteidentifizierung gezielt anzusprechen. Adjust probiert seine Lösungen zusammen mit  Kunden wie Das Örtliche, Lovoo, AutoScout24 und Immobilienscout24 aus.

So funktioniert Re-Targeting

Re-Targeting bedeutet, dass ein Netzwerk ein spezifisches Nutzersegment mithilfe der Geräteidentifikation anspricht (IFDA bei iOS und Advertising-ID bei Android). Das Quelldatenverzeichnis wird auf der Grundlage von Analysedaten erstellt, die der Kunde dem Werbenetzwerk zur Verfügung stellt. Anhand dieses Verzeichnisses sucht das Werbenetzwerk dann nach Übereinstimmungen und zeigt die Werbung auf diesen spezifischen Geräten an.

So funktioniert Re-Engagement

Beim Re-Engagement werden verschiedene Methoden genutzt um inaktive Nutzer (solche, die eine App heruntergeladen haben) wieder zu aktivieren und ihnen Angebote oder Anreize zu bieten, die App häufiger zu nutzen oder nach einer längeren Pause wieder zu benutzen. Die aktuellen Studien von Trademob von April 2014 zeigen, dass es 95 Prozent kostengünstiger ist, einen inaktiven Nutzer durch Re-Targeting erneut zu aktivieren, als einen neuen Nutzer zu gewinnen. Die besten Mittel um Re-Engagement voranzutreiben sind Deeplinks, Push Notifications und In-app- sowie Online-Werbung.

Deeplinks als Wegweiser

In der App-Welt führt ein Deeplink einen Nutzer zu einer spezifischen App oder einer spezifischen Stelle in einer App (ähnlich einer URL im Internet). Deeplinks eignen sich hervorragend als Mittel des Marketings, da der Deeplink den Nutzer nach dem Klick auf die Werbeanzeige direkt in die App leitet, wo der Marketer versucht, den Nutzer neu zu binden. Ein Deeplink kann auch eingesetzt werden, um ein Angebot zu unterbreiten oder einen Benutzerbonus zu gewähren.

Doch so einfach ist das Ganze technisch nicht: Die Verknüpfung zu einer spezifischen Stelle in einer App über einen Deeplink funktioniert nur, wenn die App diese Methode unterstützt. Derzeit ist der Einsatz von Deeplinks von einer speziellen App-to-App-Kommunikation abhängig. Und es gibt kein allgemein anerkanntes Verfahren dafür. Stattdessen müssen Unternehmen wie Adjust oder deeplink.me aufwändige Umleitungen bereitstellen, die den Nutzer bei fehlerhaften Verknüpfungen trotzdem zum App-Onlineshop führt.

Ein weiteres wichtiges Konzept ist Re-Attribution

Um den Erfolg einer Kampagne zu bestimmen und komplette, aussagekräftige Datensätze zu erhalten, muss das gesamte Nutzerverhalten, einschließlich der Ergebnisse aus dem Re-Targeting und Re-Engagement, auf eine spezifische Marketingkampagne oder einen Entwickler zurückgeführt werden – eine Mammutaufgabe, die spezialisierte Dienstleister übernehmen sollten. 

App-Business Intelligence nennen sich diese Lösungen, die etwa unterschieden können, ob Nutzer erstmals oder nach dem Retargeting im Online-Shop waren. Diese Services bieten Re-Attributions-Möglichkeiten und liefern Anbietern einen detaillierten Einblick, welche Anzeigen oder zugehörigen Kampagnen die Nutzer dazu bewegen, eine App nach einer längeren Pause wieder zu nutzen. "Es ist wichtig, genau zu verstehen, wie Tracking- und Analyseunternehmen die jeweilige Aktivität sowohl der ursprünglichen Quelle des Nutzers als auch der Re-Engagement-Kampagne zuordnen", findet Adjust-Chef Henschel.

Wie Re-Targeting und Re-Engagement Apps unterstützen

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht