Symbioz - ein Auto wie ein Wohnzimmer.
Symbioz - ein Auto wie ein Wohnzimmer. © Foto:Philips Lighting

Projekt Symbioz | | von Yvonne Göpfert

Wie das Auto zum Smart Home wird

Die digitale Transformation bringt Partner zusammen, die vor 20 Jahren keinerlei Gemeinsamkeiten hatten. Jüngster Coup: Autobauer Renault schmiedet Pläne mit Beleuchtungsspezialist Philips Lighting. Symbioz heißt das Konzeptfahrzeug, das Renault jetzt auf der IAA vorgestellt hat. Es soll austesten, wie Auto und Smart Home zusammenwachsen können.

Die digitale Technologie an Bord des Digi-Autos vernetzt den Wagen und seine Insassen mit anderen Fahrzeugen, Personen, Technologien und dem intelligenten Zuhause, wie zum Beispiel mit der vernetzten LED-Beleuchtung von Philips Lighting.

Symbioz - ins Smart-Home-Netzwerk integriert

Parkt das Auto, verbindet sich der Renault Symbioz mit allen netzwerkfähigen großen und kleinen Geräten im Haus und interagiert mit ihnen. Doch die digitale Revolution schlägt schon bei der Einfahrt auf den Parkplatz zu: Sobald der Renault Symbioz auf den Parkplatz einfährt, leuchten die mit Philips-Luminous-Textile-Paneelen versehenen Wände zur Begrüßung automatisch auf. Steht das Auto auf der Parkplattform, lässt es sich auf die Höhe des Wohnraums oder der Terrasse hochfahren. Herzstück des Wohnbereichs ist ein Zylinder, der die Plattform umgibt. Er illuminiert mit Hilfe von 5.368 LED-Leuchten die Umgebung. Die LEDs ändern ihr Licht in verschiedene Weißtöne, um den Verbindungsstatus zwischen Auto und Haus anzuzeigen, beispielsweise, wenn der Akku auflädt oder das Auto im Stand-by-Modus ist.

Das Symbioz-Auto ist dabei mehr als ein Auto: Es ist zugleich ein weiteres Zimmer. Renault holt den Wagen also praktisch ins Haus bzw. macht ihn zu einem extra Zimmer. Die Mama, die mal kurz entspannen will, kann sich also jederzeit ins Auto zurückziehen und das Bord-Entertainment genießen. Wenn mal Ruhe sein soll, kann die Familie die Kinder zum Spielen ins Auto schicken. Das Autoinnere erinnert ein wenig an ein Wohnzimmer.

Mit dem Projekt Symbioz will Renault herausfinden, was Kunden wollen und was technisch machbar ist. Eine große Rolle soll dabei das Licht spielen. "Die gemeinsame Vision mit Philips Lighting ermöglicht es uns, durch Beleuchtung die Verbindung zwischen dem Haus und dem Auto zu stärken", sagt Laurens van den Acker, Senior Vice President des Bereichs Corporate Design bei Renault. Inwieweit dieses Konzept städtetauglich ist, ist jedoch fraglich. Denn wer hat schon Platz, ein Auto neben seinem Wohnzimmerbalkon zu parken?  Zumal immer mehr Menschen in Großstädte ziehen und es dort immer enger und voller wird.

Symbioz – das Betriebssystem der Zukunft?

Daher drängt sich der Verdacht auf, dass das Ziel von Renault ein ganz anderes ist: Herzstück des Konzepts ist das Betriebssystem. Es interagiert mit der Beleuchtung und mit allen vernetzten Geräten im Smart Home und steuert sie. Und so wie Microsoft seinerzeit ein Monopol im PC-Bereich etabliert hat, so bietet sich heute Unternehmen die Chance, ein Betriebssystem für das Smart Home zu entwickeln. Derzeit kämpfen mehrere Standards verschiedener Hersteller um die Vorherrschaft. Gewinnen wird, wer die interessantesten Verbindungsmöglichkeiten anbietet. Oder die besten und stärksten Partner in der Industrie hat. Der Kampf ist eröffnet.

Wie das Auto zum Smart Home wird

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