Cookie-Tracking | | von Irmela Schwab

Werbewirtschaft in Aufruhr: Google will Cookies aussperren

Den Datenkeksen geht es weiterhin an den Kragen. Nachdem Mozilla angekündigt hat, Third Party-Cookies für seinen Web-Browser Firefox künftig nicht mehr zuzulassen, soll bald auch ein Tracking auf Google nicht mehr möglich sein. Anstatt Cookies von Dritten auf seinen Plattformen zu integrieren, die dem User bei Web-Surfen beobachten, will der Suchmaschinen-Riese sein eigenes Tool namens AdID entwickeln, wie "USA Today" und das "Wall Street Journal" berichten.

Damit wären insbesondere Tracking-Anbieter gezwungen, sich an Google zu wenden, um die jeweiligen Informationen zu Kaufverhalten und Präferenzen zu erhalten. Wie eine Google-Sprecherin dem "Wall Street Journal" erklärt, möchte das Unternehmen mit technischen Weiterentwicklungen die Nutzersicherheit verbessern und dabei gleichzeitig die Profitabilität des Netzes sicherstellen. "Wir und auch andere haben bereits ein paar Konzepte in diesem Bereich in Entwicklung, die sich allerdings noch im Anfangsstadium befinden." 

Eine beunruhigende Nachricht für die 120 Milliarden schwere Online-Werbe-Industrie. Denn damit haben es Unternehmen sowie deren Dienstleister nicht mehr selbst in der Hand, was sie über ihre Konsumenten im Web herausfinden können. Nanda Kishore, CTO beim US-Tracking-Dienstleister Share This formuliert es gegenüber dem "Wall Street Journal" so: “Die Daten über die User liegen damit im Wesentlichen in der Hand auf einigen wenigen Unternehmen.”

Auch John Montgomery, CEO Group M Interaction, kann den Plänen nichts abgewinnen: "Die Bedrohung der Cookies ist keine gute Nachricht für unser Business", sagt er "Advertising Age". Er sieht die Werbewirtschaft dazu gezwungen, an anderen Lösungen der Daten-Generierung zu arbeiten. Mike Anderson, CTO bei der Software-Firma Tealium, kann im Gespräch mit dem "WSJ" dagegen auch etwas Gutes erkennen. Denn während heute verschiedene Tracking-Dienstleister jeweils unterschiedliche Codes dafür verwenden, um Nutzer von Seite zu Seite aufzuspüren - was zwangsläufig zu Ungenauigkeiten führt - , könnte mit dem Google-System akkuratere Profile erhalten.

Werbewirtschaft in Aufruhr: Google will Cookies aussperren

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