Konferenz | | von Annette Mattgey

Was Zahnbürsten mit Mobile Marketing zu tun haben

Kaum löst sich ein Buzzword in Wohlgefallen auf, steht schon das nächste parat. Das musste Tobias Allgeyer, Country Manager von Commission Junction, auf der diesjährige Performance-Marketing-Konferenz a4u expo feststellen. Dort war das Streben nach "incremental revenues" in aller Munde. Darüberhinaus machte Allgeyer in Amsterdam noch andere, echte Trends aus, etwa das Ende der "Last-cookie-wins"-Ära. Für LEAD digital schildert er exklusiv seine Eindrücke von der Konferenz:

Wem bei der Prognose „Im nächsten Jahr kommt der Durchbruch des Mobile Marketings“ die Augen zufallen, hat Deann Harvey, Europa-Chefin des Werbevermarkters DG, noch nicht gesehen. Pardon: Korrekt muss es natürlich heißen, „noch nicht gehört“. Mit einem einzigen Vergleich machte die Keynote-Speakerin der a4u expo am zweiten Konferenztag die Bedeutung der Smartphones und Tablets deutlich: Weltweit haben inzwischen mehr Menschen Zugang zu mobilen Devices als zu Zahnbürsten. Was das mit Affiliate Marketing zu tun hat? Eine ganze Menge, wie sich auf der internationalen Performance Marketing-Konferenz a4u expo herausstellte. Denn wenn mobile Endgeräte weltweit inzwischen stärker in den Alltag eingedrungen sind als die tägliche Zahnpflege, dann müssten sie bei der Kampagnenplanung entsprechend selbstverständlich sein – doch das stellt die Branche auch vor neue Herausforderungen. Und das ist nur ein Aspekt.

Die Trends der diesjährigen a4u expo im Überblick:

1. Lösungen fürs Cross Device Tracking gesucht

Konsumenten haben mehrere Endgeräte, nutzen sie in unterschiedlichen Situationen und haben entsprechend dann andere Informationsbedürfnisse. Eine PathToConversion-Auswertung kann aber nur dann exakt sein, wenn ein geräteübergreifendes Tracking möglich ist. Hier stehen wir noch am Anfang.

2. „Incremental revenue“ ist das neue Buzzword der Branche

In Deutschland geht es uns noch ein wenig schwer von den Lippen, doch im europäischen Ausland gehört es schon zu den Schlagworten der Branche: incremental revenues – also, letztlich die entscheidende Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um einen Ertragszuwachs zu erzielen. Das fordert gleichermaßen Advertiser, Affiliate Netzwerke, aber auch Publisher. Sie müssen künftig mehr denn je unter Beweis stellen, dass sie bei Kampagnen einen nachhaltigen - im Sinne von dauerhaften -  Beitrag beisteuern können.

3. Big Data läutet das Ende der „Last cookie wins“-Ära ein

Überwiegend vergüten Advertiser noch nach dem „Last cookie wins“-Prinzip – doch das könnte jetzt ein Auslaufmodell werden. Der Umgang mit Big Data, da waren sich die Experten am 2. und 3. Juli in Amsterdam einig, wird immer zielgerichteter. Aus dem Buzzword der Branche werden konkrete Business-Modelle. Standardlösungen gibt es nicht. Doch klar ist auch: Je detaillierter die Daten, desto besser können die Wirkungsbeiträge der einzelnen Werbemittel bis zum Kaufabschluss nachgewiesen werden. Entsprechend wird sich die Vergütung im Affiliate Marketing verändern. Sie wird differenzierter.

4. Die Disziplin-Grenzen verschwimmen

Die bis dato wohl geordnete Performance-Welt gerät aus den Fugen: SEO, SEA, Affiliate Marketing. Die Grenzen zwischen den einzelnen Disziplinen verschwimmen. Es geht immer weniger um die isolierte Betrachtung der einzelnen Kanäle als vielmehr um deren Zusammenspiel. Ein wesentlicher Treiber ist dafür das Re-Targeting – oder wie es hier hieß „the next generation of retargeting/remarketing“. Das bedeutet einen Paradigmenwechsel: Ausgangspunkt aller Marketingaktivitäten sind nicht die Marketingziele und die darauf basierenden Kampagnenplanungen der Advertiser, sondern die tatsächlichen Bedürfnisse der Konsumenten. Ein Blickwinkel der in den vergangen Jahren vielleicht das ein oder andere Mal aus den Augen verloren wurde.

5. Die Performance-Branche wächst europaweit zusammen

Über das Auseinanderdriften Europas liest man täglich. In der Affiliate-Branche ist dies nicht spürbar. Alle, so mein Eindruck auf der diesjährigen a4u expo, stehen vor den gleichen Herausforderungen. Etwa, wie man die herein brechende Datenflut bändigt, sie systematisiert und gezielt die Daten nutzt. Apropos Daten-Nutzung: Der NSA-Whistleblower Edward Snowden war trotz der brennenden Aktualität hier kaum ein Thema. Vielleicht hat uns Deann Harvey einfach zu sehr vom aktuellen Weltgeschehen  abgelenkt.

Was Zahnbürsten mit Mobile Marketing zu tun haben

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht