Warum sich Google bei HTC bedient
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Pixel | | von Ulrike App

Warum sich Google bei HTC bedient

Google und HTC sind miteinander vertraut: Denn die Taiwanesen haben für den US-Konzern das allererste hauseigene Smartphone entwickelt, das Nexus One (Launch: 2010). Damals galt HTC als Apple-Herausforderer, heute ist das Unternehmen auf einen milliardenschweren Deal mit Google angewiesen. Der schwächelnde Anbieter HTC tritt für 1,1 Milliarden Dollar einen Teil seiner Mitarbeiter an den Internetkonzern ab.

HTC steigt damit entgegen einigen vorherigen Spekulationen jedoch nicht aus dem Smartphone-Geschäft aus. Die Marke signalisiert: das nächste Top-Modell ist in Arbeit. Auch an der VR-Brille Vive hält HTC fest.

Mit den wechselnden Mitarbeitern habe man bereits bei der Entwicklung der hauseigenen "Pixel"-Smartphones zusammengearbeitet, so Googles Hardware-Chef Rick Osterloh in einem Blogeintrag. Der ehemalige Motorola-Chef dürfte Anfang Oktober neue "Pixel"-Modelle präsentieren, von denen zumindest ein Teil wieder von HTC kommen soll. 

Google hilft mit der Vereinbarung also einem wichtigen Partner - und sichert die Zukunft der hauseigenen Smartphones. Das erst im Herbst 2016 vorgestellte Pixel sei wirklich das erste Smartphone "made by google", betont das Unternehmen immer wieder. Die Nexus-Reihe lief nicht so gut, wie erhofft. Osterloh soll das Hardware-Geschäft endlich zum Erfolg führen. Neben Smartphones gehört zum Angebot auch der smarte Lautsprecher Google Home, von dem es demnächst laut Leaks eine kleinere Version geben soll. Zugleich muss der Konzern aufpassen, nicht die vielen Hersteller von Geräten mit seinem Mobil-System Android zu verärgern.

Als Teil des Deals bekommt Google auch eine Lizenz auf HTC-Patente. Google hatte einst auf dem Höhepunkt des Patentstreits der Android-Welt mit Apple im Jahr 2012 den amerikanischen Handy-Pionier Motorola für 12,5 Milliarden Dollar gekauft. Keine zwei Jahre später wurde Motorola für 2,9 Milliarden Dollar an den chinesischen Hersteller Lenovo weitergereicht, Google behielt aber einen Großteil der Patente. Wegen Motorola soll es unter anderem Spannungen mit Samsung gegeben haben, weil der Smartphone-Marktführer über die Konkurrenz durch den Android-Entwickler Google unglücklich gewesen sei.

HTC gehörte zu den Pionieren im Smartphone-Markt. Zuletzt sanken die Marktanteile der Firma aber drastisch unter dem Druck chinesischer Rivalen wie Huawei, ZTE oder Xiaomi sowie des Marktführers Samsung bei teuren Modellen. Das drückte HTC immer wieder in rote Zahlen. In den vergangenen Monaten wurde deshalb bereits mehrfach spekuliert, HTC könnte den Smartphone-Bereich abspalten - oder aber auch sein VR-Geschäft.

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