Cebit | | von Deutsche Presse-Agentur

Wann kommt das "digitale Wirtschaftswunder"?

Microsoft stellt der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus. Die Politik habe das Potenzial der Digitalisierung zwar erkannt, aber bisher zuwenig dafür getan. Seine Forderungen hat der Konzern in einem Memorandum zusammengefasst, das Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) auf der Cebit in Hannover entgegennehmen soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel will in diesem Jahr nicht zur Messe fahren. Nicht nur gegenüber der Politik spart Microsoft nicht an Kritik: Viele Unternehmen hätten die nötigen Schritte für sich bisher nicht umgesetzt, kritisiert Klaus von Rottkay, der für das Tagesgeschäft bei Microsoft Deutschland zuständig ist.

Der digitale Wandel erfasse immer mehr Branchen, Geschäftsmodelle und Unternehmen jeder Größe. Die Politik habe das Potenzial der Digitalisierung zwar erkannt. "Jetzt müssen aber Taten folgen." Die Informations- und Kommunikationsbrache hat laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom und Fraunhofer IAO einen Anteil von 4,3 Prozent an der Bruttowertschöpfung in Deutschland. Es wird erwartet, dass durch neue Entwicklungen im Zusammenhang mit der Vernetzung von Maschinen und Geräten in der "Industrie 4.0" bis zum Jahr 2025 eine Bruttowertschöpfung von 14,05 Milliarden Euro erwirtschaftet werden kann.

Mit dem Memorandum will Microsoft konkrete Handlungsfelder in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufzeigen. Dabei gehe es auch um langfristige und umfassende Perspektiven, sagte Rottkay. Deutschland liege in einem 15-Länder-Vergleich in Sachen Informations- und Kommunikationstechnologie nur im Mittelfeld. "Hier müssen wir größere Anstrengungen auf die Straße bringen."

Der Manager mahnte mehr "Aufbruchsgeist" an. "Wir befinden uns am Vorabend der vierten Industriellen Revolution", sagte von Rottkay. "Die digitale Transformation ist in vollem Gange und kann Wachstum und Wohlstand sichern." Jedes Unternehmen müsse sich dabei Gedanken machen, wie die IT Einfluss auf sein eigenes Geschäftsmodell nehmen könne. "Die nötigen Schritte werden von vielen noch nicht gesehen."

Auf der Cebit in Hannover (16. bis 20. März) will Microsoft unter anderem an einigen Beispielen demonstrieren, wie die "digitale Veredelung von Produkten und Serviceleistungen" konkret aussehen kann. Gemeinsam mit Thyssen Krupp Elevators zeigt der Konzern etwa, wie sich Aufzüge mit Sensoren und Software intelligent machen lassen und so neue Service-Dienste entstehen.
 
Der Armaturen-Hersteller Dornbracht aus Iserlohn zeigt Duschen auf Basis von Microsoft-Software, die sich mit Smartphones steuern lassen und helfen sollen, Strom und Wasser zu sparen. Die intelligente Socke zeigt Microsoft schließlich zusammen mit Jack Wolfskin. Sie analysiert den Laufstil des Kunden auf einem Laufband und soll anschließend die Wahl des idealen Schuhs erleichtern.

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