Die Hotels der Kette Shangri-La kann man per VR-Brille besuchen.
Die Hotels der Kette Shangri-La kann man per VR-Brille besuchen. © Foto:Shangri-La Hotels & Resorts

Adobe Digital Insights | | von Susanne Herrmann

VR ist in der Reisebranche angekommen

Ein Vorgeschmack aufs Reiseziel gefällig? Einige Hotelketten setzen dafür schon auf Virtual Reality. Die Kunden freut's - und die fahren am liebsten nach Spanien. Das zeigen die "Adobe Digital Insights: Europe Travel Trends 2017", die sich die Online-Urlaubsplanungen vorgenommen haben.

Virtual Reality, Augmented Reality und Wearables

Acht führende Hotelketten haben in den vergangenen sechs Monaten bereits mit VR experimentiert, teilt Adobe im "Travel Trends Report" mit. Der Effekt auf die Onliner in Europa ist positiv: Die Anzahl der Erwähnungen im Social Web zu VR- und AR-Erlebnissen in der Reiseplanung stieg in diesem Jahr um 13 Prozent. Bei den Wearables verzeichnet die Reisebranche sogar ein Plus von 44 Prozent.

Ausgaben steigen

19,3 Milliarden Euro geben die Europäer in diesem Jahr online für den Sommerurlaub aus, allein für Flüge und Hotels. Das sind 5,3 Prozent mehr als im vergangenen Sommer - was nicht nur an der Reiselust, sondern auch an gestiegenen Preisen liegt beziehungsweise dem starken US-Dollar liegt. Im gesamten Jahr 2017 investieren die Onlinebucher in Europa voraussichtlich 69,89 Milliarden Euro in ihre Reisen.

Immer mehr Traffic auf den Reise-Seiten kommt über Smartphones zustande - zu Lasten von Tablets und Desktop-Rechnern. So kam in Europa 2015 noch nicht einmal jeder fünfte Seitenaufruf (18,6 Prozent) übers Smartphone, 2016 bereits 3 von 10 (29,1 Prozent).

Ab in den Süden

Spanien führt Deutschlands Rangliste der beliebtesten Reiseziele im "Travel Report" an. Mit ein Grund dürfte sein, dass die Türkei als Reiseziel derzeit nicht gefragt ist. laut Statistikamt Türkstat sind von 2015 auf 2016 die Einnahmen mit Tourismus in der Türkei um fast 30 Prozent zurückgegangen.

Die drei häufigsten Erwähnungen im deutschen Social Web für Urlaubsziele allerdings sind Deutschland, Italien und Frankreich. Daheim entspannt wird also ebenfalls gern - "Staycation" nennt Adobe das.

Städtetrips verbringen die Deutschen am liebsten in London und Lissabon. Außerhalb Europas liegen bei deutschen Online-Urlaubern Marokko, die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate hoch im Kurs. Allen Daten zum Trotz, dass weltweit die Buchungen in die USA seit der Wahl Trumps zum Präsidenten zurückgegangen sind (um 6,5 Prozent, teilte Daten-Analyst Forward Keys im Februar mit, weniger Buchungen als im Vorjahreszeitraum).

In Deutschland ebenso wie in Europa steigt das Interesse an komfortablen Schiffsreisen: Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Anzahl der Visits auf den Kreuzfahrt-Websites um 32 Prozent.

Taxischreck bedroht Mietwagengeschäft

Weniger gefragt sind dagegen Mietwagen: Europaweit müssen die Autoverleiher in diesem Sommer Einbußen um 14 Prozent hinnehmen. Als Grund dafür nennt Adobe einerseits, dass aufgrund des starken Dollars und steigender Preise vor allem in den USA weniger Flug- und Hotelreisen gebucht würden - etwa zu Zielen, an denen Mietwagen gefragt sind. Anderseits wirke sich hier Uber aus.

Das belegt Adobe mit einer Gegenüberstellung der Erwähnungen Ubers im Social Web und der Zahl der Online-Mietwagenbuchungen. Pro 10 Prozent Steigerung der Uber-Erwähnungen fallen die Mietwagen-Anfrage um 2 Prozent, konstatiert Adobe.

Über die Studie: Für die "Adobe Digital Insights: Europe Travel Trends 2017" wurden von Januar 2016 bis März 2017 Daten auf Basis von über 16 Milliarden Visits auf Websites führender Airlines, Hotel- und Reiseportale sowie mehr als 321 Millionen Engagements auf den folgenden Plattformen untersucht: Blogs, Facebook, G+, Reddit, Twitter, Dailymotion, Flickr, Instagram, Tumblr, VK, Disqus, Foursquare, Metacafe, Wordpress und Youtube.

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