Was diese Woche so passiert ist: Eine Zusammenfassung von LEAD digital-Autorin Irmela Schwab.
Was diese Woche so passiert ist: Eine Zusammenfassung von LEAD digital-Autorin Irmela Schwab. © Foto:privat

Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Vor der Dmexco: Zwischen Euphorie und Agonie

Sehen wir uns, liebe LEAD-Leser, auf der Dmexco? Ja, die Kölner Konferenz plus Messe rund ums “Pure Business” der Digitalwirtschaft steht vor der Tür. Und bei all der überschwenglich bis hysterischen Vorfreude, die in Pressemitteilungen, Einladungen und Vor-Enthüllungen mitschwingt, darf natürlich auch der Gegentrend nicht fehlen: die Miesmacherei. Oder wie man es im neudeutschen Dmexco-Jargon wohl ausdrücken würde: Bashing.

Angefangen beim Leitmotto des Jahres “Digital is everything but not every thing is digital.” Um dann bei der Frage nach der Relevanz des Messe-Zirkus zu landen: Was bringt man denn bitte schon nach Hause außer einem fiesen Kater, dem “Dmexco-Hangover”, will Christian Mayer wissen. Nicht viel, lästert der Senior Media Manager Europe und Head of Digital bei der Theo Müller Gruppe. Ach doch - eins fällt ihm doch ein: “Das Unbehagen mit Blick auf die wirklich wichtigen Dinge, die man alternativ hätte unternehmen können.” Oh-oh.

Dass not every thing digital ist, zeigt der Medienhype um Score Media. Bis 2020 will der neue  Zeitungsvermarkter in die Top 3 der Branche aufsteigen: gattungsübergreifend, wohlgemerkt, gleich hinter SevenOne Media und dem neu geschaffenen Konstrukt aus IP Deutschland und G+J EMS. Die 23 beteiligten Verlagshäuser setzen dabei nicht nur auf Digital und Social - sondern vor allem auch aufs gute alte Kerngeschäft: Print.

Dass Digital wiederum für manche everything sein kann, zeigt ein Blick auf die Gehälter der Digitalkollegen. Im Schnitt verdient ein Entscheider in E-Commerce-Firmen 222.200 Euro - nicht schlecht! 

Aber gucken wir doch lieber mal über den Ozean, woher viele Dmexco-Speaker dieses Jahr einfliegen. Dort verstehen sich Einzelhändler bestens darauf, ihre digitalen Shopper zu versilbern: Gleich Amazon oder Zalando bietet US-Kette Target Erstdaten-Tracking für Werbungtreibende an. Ein tolles Beispiel dafür, wie das Marketing heutzutage, in Digital Times, in ein Profitcenter umgebaut werden kann. Pure Business!

Das trifft auch auf die Kaffeekette Starbucks zu, die sich dem Trend zu Bewegtbild öffnet. Ein Kaffeebrauer und ein eigenes Video-Format gehören in Digital Times einfach zusammen. Oder etwa nicht? Starbucks-CEO Howard Schultz versteht die neue Serie “Upstander” jedenfalls nicht als schnöden Branded Content, um sein schwarzes Kernprodukt zu bewerben. Oh nein: Es ist Storytelling im öffentlichen Interesse, heißt es bei Starbucks: präsentiert von keinem geringeren als einem “Fortune 500”-Unternehmen. Hey, das klingt nach Rock´n´Roll!

Insofern wird - sehen wir es doch mal ganz nüchtern - der Dmexco-Treff in Köln dann doch seinem Anspruch gerecht: Reine Geschäftemacherei mit den schönen neuen, digitalen Dingen. 

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Vor der Dmexco: Zwischen Euphorie und Agonie

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