Von Allegra bis zur US-Präsidentenwahl: Bitte mehr Maschinen-Intelligenz!
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Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Von Allegra bis zur US-Präsidentenwahl: Bitte mehr Maschinen-Intelligenz!

Bei einem TV-Interview in dieser Woche wurde Ted Cruz zu seinen Ansichten befragt. Dabei ging es nicht nur ums Politische: Ein Publikumsgast bohrte bei Cruz, US-republikanischer Widersacher von Donald Trump, weiter nach. Tiefer. “Was war der größte Misserfolg in Ihrem Leben und wie sind Sie damit umgegangen?”

Mit der ausweichenden Antwort, die der texanische Senator Cruz darauf gab, wäre er beim Bewerbungsgespräch bei Adidas im fränkischen Herzogenaurach glatt durchgefallen. Tatsächlich wollte man das von einem Kandidaten fürs Functional Trainee Program wissen: LEAD digital hat die zehn härtesten Fragen bei Vorstellungsgesprächen vorgestellt. Darunter auch: “Was hast Du letzte Woche dazugelernt?” von Trivago.

Eine Frage, die vielleicht ein Politiker nicht zufriedenstellend beantworten mag. Wohl aber ein Roboter. Die klugen Maschinen, lernen ja jeden Tag etwas hinzu, was ihren IQ auf sage und schreibe 5000 wachsen lässt, wie das "Wall Street Journal" neulich ausrechnete. In W&V erklärte nun Eric Kubitz, Mitgründer der Münchner Agentur Contentmanufaktur, wie künstliche Intelligenz die Suche verändert

Im Spotlight dabei steht Googles "Rank Brain”. Um zu wissen, was Suchende wirklich wissen wollen, wenn sie “Urlaub in Thailand” eingeben - so beschreibt Kubitz - legt Google all das Wissen zugrunde, das er über den User hat. Falls es nicht ausreicht, schätzt die Suchmaschine ins Blaue rein. Macht Tests und analysiert, wie User auf Suchantworten reagieren. Der Algorithmus sucht dann selbstständig nach Mustern bei den Seiten, die gut angekommen sind. Bis über die damit entstehende Datenmenge Rank Brain schließlich von einer Suchanfrage auf die nächste schließen kann. Und quasi aus Treffern sowie auch Fehlern lernt.

Auch Microsoft arbeitet an diesem Zukunftsszenario kräftig mit. Bilderkennung steht dabei ganz groß auf der Agenda. Ein wenig verwunderlich ist daher, dass der Software-Konzern gleichzeitig seinen neuen Browser Edge mit Adblocking-Technologie ausstattet. Schließlich wissen wir doch: Ohne Werbung können journalistische Inhalte nicht ausreichend finanziert werden - äh, und was wird dann aus der Suche? Hängt das nicht alles irgendwie zusammen?

Ach ja, heute gibt es ja zum Glück virtuelle Realität. Eine Art neues Allheilmittel. Um Kindern im St. Jude´s Children Research Hospital zu zeigen, wie die Welt aussieht, hat Expedia mit VR-Technologie die Kampagne "Dream Adventures" gestartet. Dazu verwendet Expedia 360-Grad-Kameras, interaktives Live-Streaming und und einen eigens gebauten Vorführraum.

Die Kreativagentur 180LA setzte den Spot zur Aktion um. Binnen zehn Tagen sahen ihn bereits 1,6 Millionen User. Die porträtierten Kinder erleben die faszinierende Unterwasserwelt, sehen Wildpferde in Argentinien oder schauen einem Archäologen live über die Schulter. Auf der Kampagnen-Website sind noch weitere Filme.

Da mutet es schon fast nostalgisch an, dass Axel Springer die Frauenzeitschrift "Allegra" hat wiederauferstehen lassen. Wer hat fleißig mitgezählt, zum wieviel x-ten Mal? Auch die Ressorts stammen aus einem Déjà-vu: Welt, Leben, Mode, Kultur, Beauty, Hin&Weg, Standards. Öffz. Immerhin gibt es dieses Mal einen Blog,  lobt W&V-Redakteurin Petra Schwegler. Der soll für die heute nötige Verdrahtung sorgen. Na gut. Das nächste Mal aber bitte mit mehr Maschinen-Intelligenz! 

Die Social-Media-Perlen dieser Woche sind reichhaltig bestückt: die besten Apple-Kampagnen, der Game-of-Thrones-Trailer, Böhmermanns neuestes Video und die ulkigsten April-Scherze.

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