Christina Hütten | | von Christina Hütten

Verein statt Netzwerk: Wie Youtuber nach ihrem eigenen Weg suchen

Nach dem Netzwerk folgt nun ein eigener Verein: 301+. Einige bekannte Youtuber, unter ihnen auch LeFloid, der vor kurzem in einem Interview mit Vice bekannt gegeben hat, sich von seinem Netzwerk Mediakraft zu trennen, haben sich zusammengetan, um nach einer Alternative zu suchen. Zu 301+, die sich selbst als Netzwerker, nicht aber als Netzwerk verstehen, zählen auch andere bekannte Gesichter wie Darum, RobBubble oder die SpaceFrogs.

Anders als bei herkömmlichen Fernsehprogrammen gibt es bei Youtube eine Community, eine Gemeinschaft die sich untereinander austauscht.

Youtuber sind die Helden der heutigen Jugend. Sie schaffen es, Teenager stundenlag mit ihren Videos über den Alltag zu fesseln und sind für viele schon fast zu einer Art Freund geworden. Marie, ebenfalls Youtuberin und Mitglied bei 301+, hat vor einigen Wochen genau diesen Umstand in einem eigenen Video thematisiert. Sie sagt sehr deutlich, dass sie eben nicht als Freundin für ihre Community gelten möchte.

Gerade wenn die Youtuber irgendwo live auftreten wie bei den Video Days in Köln, wird einem das volle Ausmaß der Hysterie erst richtig bewusst. Teenies rennen ohne zu schauen auf die Strasse, kreischen, fangen an zu weinen. Ein befremdliches Bild, gerade wenn man sich mit dem Phänomen der Youtube-Stars nur am Rande beschäftigt hat.

Ein nicht ganz ungefährlicher Trend, gerade im Bezug auf die Netzwerke. Christoph Krachten von Mediakraft formulierte das erklärte Ziel sehr einfach "Wachstum, Wachstum, Wachstum". Dieses Credo gilt aber durchaus auch für die anderen Netzwerke wie TubeOne oder Studio71.

Der Nachwuchs kommt aus der Retorte

Also wird eine neue Generation von Youtube-Stars herangezüchtet, um noch präziser und schneller auf Kundenwünsche reagieren zu können. Angelockt von Ruhm und (vermeintlichem) Reichtum streben sie nun auch nach den ganz großen Verträgen. Einen erfolgreichen Youtube-Kanal aufzubauen ist aber harte Arbeit. Vielen der jungen Youtuber ist das allerdings nur in Teilen bewusst und sie setzen stark auf die Unterstützung der Netzwerke und der großen Stars. Dabei kommen sie aber meist nur langsam voran und müssen unzählige Videos einstellen, bevor das erste Mal eine erstzunehmende Kooperation ansteht.

301+: Inhalt vor Vermarktung

Und genau diesem Umstand möchte der Verein 301+ (der Name ist angelehnt an eine alte Bildschirm-Anzeige aus dem Youtube-Counter, die damals bei mehr als 300 Aufrufen erschien) nun entgegenwirken. Sie suchen für sich nach einem anderen Weg, ohne große Werbeverträge und Netzwerke, um sich wieder mehr auf Inhalte konzentrieren zu können. Inwieweit ihnen das gelingen wird, ist noch nicht abzusehen.

Allerdings gibt es immer mehr Fans, die sich auf Facebook und Youtube darüber beschweren, dass ihre Stars käuflich geworden sind. Damit verlieren sowohl die Stars als auch die beworbenen Marken an Glaubwürdigkeit und es wird sowohl für Agenturen als auch Kunden immer wichtiger, wegzukommen von der reinen Reichweite, sondern sich ebenfalls auf Inhalte und Platzierungen  zu konzentrieren. Nur wer es schafft, seine Werbung künftig so zu integrieren, dass sie stimmig ist und auch in das jeweilige Umfeld passt, hat weiterhin die Chance, mit seiner Zielgruppe auf natürliche Weise zu interagieren.

Christina Hütten ist einer der "Digital Leader", eine feste Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreitet. Mehr zum Autor und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.

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