Olympische Winterspiele | | von Annette Mattgey

Verdient die mobile Website zu Sotschi 2014 Gold?

Die Olympischen Winterspiele 2014 haben bereits viele Sieger hervorgebracht. Gehört auch die mobile Website dazu? Compuware wollte dies genau wissen und hat die offizielle mobile Website zu Sotschi 2014 einem ausführlichen Web Performance-Check unterzogen. Ein Blick auf die Usability ergänzt die Erkenntnisse.

Die Homepage unter m.sochi2014.com sieht auf den ersten Blick zwar aufgeräumt und übersichtlich aus, doch zuerst sind die Hinweise auf Social Media-Angebote, die Alternativ-Sprachen Französisch und Russisch sowie die Eigenwerbung zu den Paralympischen Spielen herunterzuscrollen, bevor aktuelle Informationen angezeigt werden. Dies bleibt auch bei jeder Folgeseite so, wodurch die Usability deutlich gestört wird. Dafür sind die Logos intuitiv bedienbar und jede Seite lässt sich sofort über Soziale Netzwerke teilen.

Zu viele Details stören die Usability

Findet gerade ein Wettbewerb statt, wird schon das Logo der Sportart in voller Farbe angezeigt, während die anderen ausgegraut sind. Auf der Sportart-Seite ist das jeweils aktuelle Spiel oder Rennen mit einem entsprechenden Logo deutlich gekennzeichnet. Während die Seite des Events übersichtlich die wichtigsten Informationen bietet, ist die Sportart-Seite ebenso wie die Homepage zu vollgepackt. Denn neben den letzten, aktuellen und künftigen Events gibt es den Medaillenspiegel, Fotos und Videos, Athletenportraits, Hintergrundinfos zu Sportart und Veranstaltungsort sowie aktuelle Nachrichten. Entsprechend lange scrollt man herunter. "Hier wären deutlich mehr Übersicht und eine verbesserte Usability durch eine stärkere Aufteilung der Seite wünschenswert", findet Andreas Grabner, Technology Strategist APM bei Compuware. Grabner schreibt auch im hauseigenen Blog über Performance-Themen.

Performance: Kein Platz auf dem Treppchen

Einen ebenso ambivalenten Eindruck wie die Usability hinterlassen auch die Performance-Tests. Hierfür stehen zahlreiche Gratis-Tools für alle gängigen Browser zur Verfügung (z.B. die Compuware AJAX Edition). So erfordert alleine die Homepage den Download von 186 Datenpaketen aus 38 verschiedenen Domains. Die meisten Inhalte von den Drittanbietern zeigen aber zumindest für den Nutzer relevante Informationen an, zum Beispiel den aktuellen Zeitplan.

Die zahlreichen Downloads führen dazu, dass die Homepage alleine ein Datenvolumen von 3,6 MB aufweist. Davon stammen 400 KB aus dem HTML-Dokument, der Rest von JavaScripts, CSS und Bildern. Aufgrund der geringen Bandbreite und Latenzbeschränkungen sollten die Inhalte der mobilen Websites begrenzt werden. Dies würde auch zu einer besseren Usability durch größere Übersicht führen. Weniger Inhalt pro Seite bedeutet auch weniger Datenverarbeitung für den mobilen Browser und damit deutlich höhere Performance.

"Moderne Smartphones besitzen zwar schon viel Rechenpower, doch trotzdem sollte die JavaScript Performance mobiler Webseiten weiterhin optimiert werden", erläutert Grabner. Auf der Sochi2014-Seite befindet sich aber eine umfangreiche JavaScript-Bibliothek namens Knockout UI. In Kombination mit einer sehr großen HTML-Seite dauert es 2 Sekunden, um das DOM (Document Object Model) mit der dynamischen UI-Information zu aktualisieren. Und diese Zeit wurde auf einem Notebook gemessen, so dass sie auf dem Smartphone noch länger ist.

Dafür gewinnt die mobile Website die Goldmedaille für das so genannte Spriting: Fast alle kleinen Bilder wie Sportarten-Logos, Länderflaggen oder Funktionsbuttons sind auf einer Site zusammengefasst, um die Ladezeit zu verkürzen. Doch für Platz eins im Medaillenspiegel reicht dieser Einzelsieg nicht.

Verdient die mobile Website zu Sotschi 2014 Gold?

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