Mobile World Congress | | von Annette Mattgey

Unilever-Chef Weed: "Fernsehen wird von Mobile als Massenmedium abgelöst"

Die Zeit der Lippenstift-Botschaften ist vorbei. Jetzt spielt sich alles mithilfe von Social Media und Mobile ab - auch das Dating. Unilever-Chef Keith Weed plauderte in seiner Keynote zum Mobile World Congress aus dem Nähkästchen und verriet, wie er seine Frau Kate kennengelernt hat. Für Marketer hatte er zudem vier Kernbotschaften, wie das Mobile Business ihre Arbeit verändert. Auf einer Party hatte Weed eine faszinierende Frau getroffen, die ihm ihre Telefonnummer mit Lippenstift auf eine herausgerissene Telefonbuch-Seite geschrieben hat. Diese hat er immer noch - und Kate wurde seine Ehefrau. Heute habe sich auch das Dating gewandelt, begann Weed seine Keynote. In Japan gebe es Cafés, in denen die Gäste QR-Codes auf dem T-Shirt tragen, über die man auf Facebook komme und dort Kontakt aufnehmen könne. "Mobile verändert sehr stark unser Verhalten, sogar das von Angesicht zu Angesicht", so Weed. "Mobile ist der größte Treiber für soziale Medien, weil unser Gerät kaum mehr als einen Meter von uns entfernt ist." Gerade in sich entwickelnden Märkten wie etwa Indien, das er kürzlich besucht hat, wachse Handys eine große Bedeutung zu. "Fernsehen wird von Mobile als Massenmedium abgelöst."

Mit vier eingängigen Formeln beschrieb er die Umschwünge, die Mobile für das Marketing bringt:

1. Von 360 zu 365

Noch vor kurzem galt 360-Grad-Kommunikation als das Nonplusultra. Heute gehe es darum den Konsumenten jeden Tag anzusprechen. "Anstatt drei bis vier Mal im Jahr eine große Marketing-Kampagne auszurollen, bemühen sich die Marken, 24/7 via Mobile und Social Media um ihre Kunden."

2. Sieben Milliarden vs. 1

Jeden Tag nutzen zwei Milliarden Menschen in 180 Ländern ein Unilever-Produkt - jeder auf seine Weise, mit unterschiedlichem Zugang zu Technologien und Inhalten. Deswegen müsse Unilever alle sieben Milliarden Weltbürger mit personalisierten Inhalten ansprechen - für die Masse entworfen, aber für den Einzelnen zugeschnitten. Big Data verändere die Möglichkeiten: "Wir können schon jetzt einem Verbraucher sagen, wo das nächste Geschäft mit Magnum-Eis ist, wenn er an einem heißen Tag (wir kennen das Wetter) im Park (wir kennen seinen Standort) spazieren geht, und ihm dann einem Rabatt-Gutschein schicken."

3. Von 0 auf 5 km/h

Die Verbraucher sind ständig in Bewegung. Unternehmen müssen daher an Tempo und Spontaneität zulegen, so Weed. Die Konsumenten wollen alles gleich: sofort Informationen, sofort kaufen, sofort darüber reden. Die Abstimmung geschehe nicht mehr "mit den Füßen", sondern mit den Fingern, ein Wisch oder ein Klick genügen. 

 4. 1 + 1 = 3

Kooperationen mit Experten aus verschiedenen Mobile-Disziplinen sind notwendig, um das Verständnis für die Möglichkeiten des Mediums zu erweitern. Unilever arbeite etwa mit Gaming-Spezialisten zusammen, um gemeinsam Content zu schaffen, der breit geteilt werde.

Unilever-Chef Weed: "Fernsehen wird von Mobile als Massenmedium abgelöst"

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht