Christian CLawien | | von Christian Clawien

Über Sinn und Unsinn von #Hashtag-Kampagnen

Boss, Zalando, H&M, Esprit, Calvin Klein, Mango ... bei Modemarken schlägt die Stunde der Hashtag-Kampagnen. Ausgerechnet die Branche, die Individualität, Zeitgeist, das "Anderssein" feiert, schaltet nahezu zeitgleich Kampagnen, die auf etwas setzen, was nicht mehr modisch ist, sondern alltäglich: den Hashtag. Drei aktuelle Beispiele, die zeigen, was gut geht und was nicht - durch meine persönliche Brille.

Esprit

Hashtag: #IMPERFECT

Hübsche Gesichter lächeln einem entgegen: #imperfect. I’m perfect? Imperfect? Perfekt oder unvollkommen? Perfektion liegt im Auge des Betrachters soll uns das wohl sagen. Jeder ist irgendwie perfekt. Auf Instagram findet man jede Menge #imperfects, die aber augenscheinlich nur selten etwas mit der Kampagne zu tun haben. Auf Twitter wird gemeckert. Ganz versteckt und ohne die URL auf den Straßenpostern oder am Ende des Youtube-Spots zu nennen, soll man sich per Selfie dem #ImPerfect-Movement ) anschließen. Warum eigentlich? Ein paar hundert Leute haben es dennoch getan.

Boss 

Hashtag: #POWEROFTHESCENT

Klassischer Spot mit bald einer Million Views mit dem hierzulande weitgehend unbekannten Serien- und Filmschauspieler Theo James. Auch hier ist das Hashtag eher ein Claim und hat deswegen auch keinen weiteren Sinn und wird wenig genutzt. Gerade mal eine Handvoll deutschsprachiger Tweets und knapp 200 Instagram-Posts weltweit nutzen #powerofthescent Eine Weiterleitung auf die aufwändige Produktseite am Ende des Youtube-Clips fehlt hier ebenso wie bei Esprit.

Calvin Klein

Hashtag:  #MYCALVINS

Okay, Mr. "Breaktheinternet" Justin Bieber und ein Top-Model, nackte Haut und ikonische Marke, das macht über 8 Millionen Youtube-Views. Der Hashtag ist hier mal aktivierend, man fühlt sich angesprochen ohne gedrängt zu werden. Das sorgt für jede Menge Tweets und weltweit mittlerweile über 180.000 Bilder auf Instagram. Warum auch hier am Ende des Youtube-Clips keine Weiterleitung auf die Kampagnenseite stattfindet, bleibt ein handwerkliches Rätsel – wie leider so oft. Wenn nur 10 Prozent weiterklicken würden, hätte man 800.000 zusätzliche Besucher, die man für eine noch tiefere Interaktion mit der Kampagne begeistern könnte.

Fazit: Für einen Claim oder einen Slogan braucht es keinen Hashtag. Hashtags ergeben dann Sinn, wenn sie die Nutzer untereinander verbinden und zum Entdecken weiterer Inhalte anderer User führen. Oder wenn es neue Spins in der Kampagne gibt, um dranzubleiben wie bei Adidas #thereturn zum Beispiel. Bei den aktuellen Modemarkenkampagnen zeigt Calvin Klein noch am besten, wie das laufen kann.

 

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